Sogar die Busse sind anders…

Nach einer langen Reise gestern hatte ich heute also meinen ersten Tag in Vicenza.
Ich habe mich für eine Zugfahrt entschieden. Was bedeutet, dass man zehn Stunden lang sitzt. Aber diese Zeit wird mit wunderbaren Ausblicken in eine, sich stetig verändernde Landschaft belohnt. Wider aller Erwartungen führt die Zugstrecke nicht durch lange Tunnel unter den Alpen durch, sondern einfach obendrüber. Der höchste Punkt ist der Brennero-Pass, der Österreich und Italien trennt.
Ist man einmal über die Alpen drüber und der Zug klettert langsam nach Verona die Berge herunter merkt man sofort, dass hier ein anderes Klima ist, als in Deutschland. Bäume werden langsam an grüner zu werden und zu blühen. Blumen verteilen überall kleine Farbkleckse in der Landschaft.
Man sieht auch sofort, dass es sich um ein anderes Land handelt. Nicht aufgrund der Landschaft und allgemeinen Tatsache, dass man gerade acht Zugstunden hinter sich gebracht hat, sondern an der Architektur. Dem Baustil und der Farbe der Häuser. Es ist einfach anders als Deutschland.

Auch wenn diese Reise lange dauert, lohnt es sich wirklich und empfehle ich es jedem mal so eine Zugfahrt zu machen und die Zeit nicht am Handy zu hängen, sondern damit zuzubringen einfach nur aus dem Fenster zu schauen, ob mit, oder ohne schöner Musik im Ohr.

Am Bahnhof wurde ich von meinem Mitbewohner abgeholt. Ich werde die kommenden vier Wochen in Vicenza in einer WG wohnen. Mein Glück ist, dass sie sehr zentral liegt und fast alles fußläufig zu erreichen ist. Wir stellten uns dann erst einmal der Herausforderung den Busfahrplan zu lesen. Hier in Italien ist es nicht so, dass man pro Buslinie eine Tabelle bekommt in der alle Haltestellen mit den jeweiligen Abfahrtszeiten hat, sondern man schaut in eine Tabelle in der man die die Abfahrtszeit des Ausgangspunktes erfährt. Durch schätzen ist man dann entweder pünktlich, oder auch nicht an seiner Haltestelle.
Heute morgen im Bus musste ich mich dann einer anderen Neuen Sache stellen. Es gibt weder durchsagen, noch eine Anzeige, die die nächste Haltestelle ankündigt. An sich keine schlimme Sache, aber einem Busfahrer, der kein englisch spricht ohne Italienisch erklären zu müssen, wo man aussteigen muss ist nicht unbedingt einfach… lässt sich aber bewältigen. 😉

In der Eurocultura-Zentrale angekommen, wurde mir das Programm vorgestellt und der Plan der Woche erklärt. Ab morgen habe ich einen 4-tägigen Sprachkurs zusammen mit anderen Praktikanten. Zudem kommt eine Stadtführung durch Vicenza und am Freitagvormittag eine Vorstellung in meinem Betrieb dazu.
P1000959Zusammen mit Anshi einer anderen Praktikantin aus Deutschland bin ich heute nach der Präsentation meiner Tutorin auf eine kleine Erkundungstour durch Vicenza gegangen, Es ist eine schöne übersichtliche Stadt mit vielen kleinen Piazzas. Das wunderbare daran ist, dass es eine super gut erhaltene Altstadt ist, in deren Hintergrund man noch die Ausläufer der Alpen sieht, die der Stadt einen kleinen Rahmen geben.

Es gibt über die Unterschiede hinaus noch so viel zu entdecken, allen voran die neue Sprache und die Städte hier in Norditalien.
Vicenza ist die Mitte von einer Ansammlung von sehenswürdigen Städten, wie Venezia, Verona und Padova. Alle sind mit den Zug maximal vierzig Minuten entfernt, eine Tatsache Tagesausflüge nur begrüßt.
Aber das ist ein anderer Tag und dann eine neue Erfahrung und tausend neue Eindrücke.

Also a presto
Eure Clara

Veröffentlicht von

Clara Merkel

-Als gelernte Schneiderin nach Minnesota- Seit August '17 bin ich in den USA. Ich habe, dank des Parlamentarischen Patenschafts-Programms die Möglichkeit ein Semester an der St. Cloud State University zu studieren und danach in Amerika arbeiten zu dürfen. Hier halte ich meine Erlebnisse und Erfahrungen und vielleicht auch mal einen Nähtip fest. Viel Spaß ;)

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