Erste Arbeitswoche

Mein Arbeitsplatz ist bei Specsavers Opticians in der Opera Lane, Cork City. Die Filiale ist sehr groß und beinhaltet im Gegensatz zu den meisten anderen Filialen ein „Lab“ also eine Werkstatt. In der Werkstatt machen sie im Gegensatz zu meiner Firma „Heini Weber“ in Deutschland sogar ihre eigenen Brillengläser. Also Sie gießen die Blankets selber in der Werkstatt. Deshalb hat Specsavers auch seine eigenen Gleitsichtglas Varianten.

Wenn man in den Laden kommt, gibt es dort viele Fassungen, die Specsaver auch selber herstellt. In Deutschland wählt man seine Fassung aus, die einen Preis hat und die Gläser haben dann einen anderen Preis, denn man draufzahlt. Bei Einstärkengläsern weniger, bei Gleitsicht mehr. In Irland hängen Fassungen mit bestimmten Preisen im Laden und der Preis beinhaltet die Einstärkengläser. Erst für Gleitsichtgläser muss man einen Aufpreis bezahlen. Da die Fassungen im Laden nur die Deko sind, werden die auch entsprechend grob behandelt. Specsavers hat natürlich ein Lager von den Fassungen und jeder Kunde bekommt eine Neuwertige, die nicht jeder Kunde anprobiert hat. Im hinteren Ladenbereich wird der Brillenverkauf abgeschlossen und die Pupillendistanz mit einem Tablet gemessen. Dann wird ein Termin gebucht für die Abholung der fertigen Brillen und der Kunde bezahlt sofort den Betrag am Tag der Auftragsbestellung.

Gleitsichtgläser

Bei Heini Weber würde ich bei einem Gleitsichtglas grob gesagt eine lange und eine kurze Progressionszone aufzeichnen. (Progressionszone bedeutet wie lang der Übergang von der Ferne bis zur Nähe im Glas ist. Also bei einer kurzen Progressionszone ist man mit minimalen Kopfbewegungen in den verschiedenen Zonen, und bei der langen Progressionszone müsste man den Kopf deutlich mehr bewegen, um in die Zonen zu wechseln.) Wenn ich zwei Varianten auf das Glas gezeichnet habe, schaue ich mir an wo der Kunde durchsieht beim Lesen und wähle entsprechend das richtige Glas. Hier bei Specsavers haben sie wie gesagt ihre eigene Glasproduktion. Ich suche mit dem Kunden eine Brillenfassung aus und die Werkstatt wählt die Gleitsicht-Variante nach der Fassung aus.

Unteres Stockwerk

Dann kann man ein Stockwerk runter, dort gibt die“Clinic“ also der Refraktionsraum, wo die Glasstärke von den Optometristen festgestellt werden, der Führerscheinsehtest gemacht wird und Kontaktlinsen angepasst werden. Übrigens misst man hier im Gegensatz zu Deutschland als Optometrist auch die Glasstärken von Kindern. Da die Optometristen ein vier Jähriges Studium absolvieren, dürfen sie Kindern das Nervengift Belladonna tropfen, um die Glasstärke optimal zu messen. Denn Kinderaugen können ihr Defizit noch ausgleichen, wenn man diese Funktion nicht lähmt. In Deutschland darf daher kein Optiker eine Glasstärkenmessung bei Kindern durchführen. Dies darf nur der Augenarzt. Auch übernimmt hier die Krankenkasse die einfachsten Gläser auch für Erwachsene. In Deutschland kriegen nur Kinder einen Krankenkassenzuschuss, oder Personen mit sehr hohen Stärken. In Irland haben sie statt unserer gesetzlichen Krankenkasse ein PRSI, da bezahlen sie auch bei der Lohnabrechnung Steuern. Und dann kann man auch eine zusätzliche „medical card“ haben, das entspricht dann in etwa unserer privaten Krankenkasse, nur dass man hier beides gleichzeitig haben kann.

In dem untern Stockwerk befindet sich auch der Brillenabgabebereich, wo die Kunden ihre Brillen einsammeln, deshalb heißt es „Collection“ und dort werden die Brillen natürlich auch angepasst. Außerdem befindet sich unten der Hörakustikbereich und die Werkstatt.

Kontaktlinsen

Specsavers hat in dieser Filiale ein eigenes Kontaktlinsenlager, sodass sie die Kontaktlinsen für Kunden nicht extra bestellen müssen. Kontaktlinsen gelten hier übrigens als Luxusgut. Das bedeutet in Deutschland kann der Augenarzt bei Jugendlichen das Rezept für eine Brille auf einen Jahresvorrat Kontaktlinsen wechseln. Aber man kann den Zuschuss der Krankenkasse entweder für Kontaktlinsen oder für die Brille verwenden. Hier bekommt man den Zuschuss nur für eine Brille, da Kontaktlinsen wie gesagt nur ein zusätzlicher Luxus sind, und nicht notwendig sind.

Veröffentlicht von

Verena Schüßler

Ich bin 21 Jahre alt und mache eine Ausbildung zur Augenoptikerin. Ich komme aus Hessen und mache vier Wochen lang ein internationales Projekt namens Erasmus+. In diesem Projekt arbeite ich in einem anderen Land und kann somit sehen welche Unterschiede es zwischen der deutschen und der irischen Kultur gibt.

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