Arbeitsalltag

Auch in der dritten Woche meines Praktikums war ich wieder im Einlagen- und Bettungsbau und habe dort neben einigen Vokabeln ( sughero= Kork, colla= Kleber, asciutto= trocken, okay= okay…) die firmeninterne Bauweise der Bettungen gelernt.

Angefangen von der Leistenherstellung über die Adaption der Leisten bis hin zum eigentlichen Bettungsbau. Leisten herstellen heißt, dass eine Gipsform mit Leistenschaum ausgegossen wird. Dieser besteht aus zwei Komponenten und härtet aus sobald diese miteinander vermischt werden. Der Gips wird anschließend abgeschlagen und der Leisten in seine Form geschliffen. Oder aber der Leisten ist bereits vorhanden, da der Kunde schonmal Schuhe bekommen hat und es müssen nur Kleinigkeiten geändert werden. Hierzu habe ich Kork auf betreffende Bereiche geklebt und diese übergangsfrei in Form geschliffen (Das vollstaendige Leistenschleifen ist Meisterarbeit.).

Ausserdem hatte ich diese Woche das erste Mal Gelegenheit beim Modellieren des Schaftes, also des Schuhoberteils zuzusehen. Hier wird auf Basis des dreidimensinoalen Leistens ein zweidimensinales Schnittmuster konstruiert. Je nach Fussdeformitaet und Schaftmodell ist dies mit unterschiedlich viel Aufwand verbunden.

Bei dem Anschauungsmodell hat es sich um ein einfacheres gehandelt, bestehend aus einem Ober- und Unterteil. Zuerst wurde die Mittellinie aufgezeichnet, da das Model nur fuer eine Seite gemacht wird und hinterher gespiegelt wird.  Der italienische Meister hat dazu die linke Leistenseite mit Klebefolie beklebt und die Umrisse so uebernommen. Indem er diese dann auf Papier glatt gestrichen hat, hatte er die erste Form. Nach mehrmaligem anlegen, wegschneiden und dazufuegen enstand so das obere Teil des Modells. Das untere hat er nach eigenen Erfahrungswerten freihand zugeschnitten und minimal im Zusammenspiel mit dem oberen Modelteil geaendert.

A presto!

 

PS: Die Schreibweise ist seltsam. Italienische Rechner kennen keine oe’s, ae’s und ue’s oder scharfe s. 😉

Ciao, Vicenza

Hallo alle zusammen,

Vicenza ist eine wohlhabende Stadt im Norden Italiens, in greifbarer Nähe zu Venedig, Verona und dem Gardasee, ebenso wie Mailand mit dem Zug einfach zu erreichen ist.

Bekannt ist die Stadt einerseits für ihre Schmuckwaren und Bekleidungsindustrie, andererseits für ihre zahlreichen Bauwerke und Pläste, die  auf den Architekten Palladio zurückzuführen sind. Er war ein berühmter Renaissancearchitekt und seine Bauten sind Grund dafür, dass Vicenza zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

In den kommenden Wochen werde ich hier  Leben, Kultur, Lebensart und die italienische Sprache kennenlernen dürfen und in der Nähe arbeiten. Arbeiten heißt in meinem Fall, dass ich hier in Norditalien im Rahmen meiner Ausbildung zur Orthopädieschuhmacherin in einem ortsnahen Betrieb ein Praktikum machen werde. Mein eigentlicher Ausbildungsbetrieb befindet sich im Herzen Nordhessens, in dem ich seit 2014 meine Lehre mache. Ich bin 22 Jahre alt und heiße Lisa .

A presto!20160216_075256-1