Laura und ich sind Sonntag nach einem zweistündigen Flug
spät abends auf Malta angekommen und wurden von George, unserem Ansprechpartner
hier, und einer Mitarbeiterin abgeholt. In der WG angekommen, teilte uns George
mit, dass am Mittwoch unser erster Arbeitstag sein wird und wir noch vier
weitere Mitbewohner haben, welche wir durch die späte Ankunft erst am Montag
kennenlernen konnten. Unser Apartment hat einen großen Küchen- und Wohnzimmerbereich,
zwei Bäder, vier Schlafzimmer und zwei Balkone.
Unsere Küche
Unser Wohnbereich
Unser Schlafzimmer
Unser Ausblick vom Balkon
Am Montag erkundeten wir Santa
Venera, unseren Wohnort, um uns in diesem besser zurecht zu finden.
Am Dienstag machten wir mit der kompletten WG einen Ausflug nach Valletta, der Hauptstadt von Malta und erlebten diese schon zu später Stunde.
Am Mittwoch wurden Laura und
ich um 8:00 Uhr vor unserem Appartement von George abgeholt. Dieser begleitete
uns auf unserer Busfahrt und erklärte uns, wo wir umsteigen müssen und welche
Busse wir nehmen können.
Die Behörde, in der wir für
vier Wochen arbeiten werden, nennt sich L.E.S.A. (Local Enforcement System Agency) und befindet sich in Fgura.
Dort angekommen, wurden wir den
Mitarbeitern vorgestellt und mussten dann leider erfahren, dass wir, anders als
geplant, unterschiedliche Arbeitsstellen in verschiedenen Orten haben werden.
Aufgrund dessen durften wir den ersten Tag zur Eingewöhnung zusammen verbringen
und ab Donnerstag war mein neuer Arbeitsplatz in einem Gericht in Zejtun, welches
sich „Tribunal Xlokk“ nennt.
wir wurden heute morgen um 6:30 Uhr am Appartement abgeholt und von einem Taxi zum Flughafen gebracht. Dort merkten wir, dass nicht nur die maltesischen Busse die Pünktlichkeit nicht so genau nehmen. Mit einer halben Stunde Verspätung startete unser Flugzeug in Richtung Heimat. Nach einem angenehmen Flug sind wir um 11:30 Uhr in München gelandet.
In unserer letzten Woche haben wir noch einiges erlebt.
Am Karfreitag sind wir mit der Fähre auf die (fast) unbewohnte Insel Comino gefahren, die nur drei Einwohner hat. Dort sahen wir uns die Blaue Lagune an und trauten uns sogar, kurz ins 15 Grad kalte Wasser zu hüpfen.
Blaue Lagune
Ausblick von Comino auf das Meer
Zurück in Rabat empfing uns eine traurige Stimmung. Die Einwohner hatten sich im Zentrum Rabats versammelt, waren schwarz gekleidet, kaum einer redete und gelacht wurde auch nicht. Alle verfolgten den Karfreitagsumzug, der sogar von Fernsehkameras begleitet wurde. Für uns wirkte dies eher befremdlich.
Für den Ostersonntag hatte George uns einen Trip nach Gozo gebucht. Auf der Insel erwartete uns ein Taxifahrer, der uns zu den schönsten und interessantesten Orten von Gozo brachte. So erklärte er uns, wie beispielsweise das Meersalz gewonnen wird und zeigte uns die Salzgärten.
Die Salzgärten sind links unten zu sehen.
Außerdem sahen wir uns die Überreste des Azure Window an, das letztes Jahr leider bei einem Sturm einstürzte. Dabei wurden wir von einer Welle überrascht und dementsprechend nass. ?
Bei der Ramla Bay schauten wir uns die Kunst des Kitesurfings an und genossen die Aussicht.
Ramla Bay
Anders als in Deutschland, ist der Ostermontag auf Malta kein gesetzlicher Feiertag, weshalb wir wie gewohnt zur Arbeit gingen. Donnerstag hatten wir unseren letzten Arbeitstag. Wir hatten ein Abschlussgespräch und erhielten ein kleines Geschenk von der Behörde sowie unser Arbeitszeugnis. Nach Feierabend wurden wir von unseren Kollegen zum Abschied in eine kleine Bar eingeladen, wo wir gemütlich zusammen saßen und uns unterhielten.
Unsere Kollegen, in deren Büro wir saßen
Gestern hatten wir Zeit, uns auf die Abreise vorzubereiten und die Koffer zu packen.
Für uns ist es immer noch kaum zu glauben, dass wir vier Wochen auf Malta verbracht haben, da die Zeit wie im Flug vergangen ist. Diese Insel haben wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge verlassen. Wir haben neue Bekanntschaften geknüpft, die über das Auslandspraktikum hinaus gehen, sodass man sich in Deutschland wiedersehen wird.
Wir können dieses Auslandspraktikum nur empfehlen, da man viele neue Erfahrungen sammelt und sicherer im Umgang mit der englischen Sprache wird. Zudem wächst man über sich hinaus und lernt andere Arbeitsweisen kennen.
die zweite Hälfte unseres Auslandspraktikums ist nun angebrochen und der Heizstrahler in der Wohnung läuft auf Hochtouren. ?
Mittlerweile haben wir uns mit dem anfangs schwer verständlichen maltesischen Akzent vertraut gemacht und das Verstehen und Unterhalten fällt uns leichter.
In unserer Behörde haben wir eine gewisse Routine bekommen, die Arbeitsabläufe verstehen wir nun besser und an die fremde Arbeitsatmosphäre haben wir uns gewöhnt.
Da Malta sehr christlich lebt, findet monatlich eine Messe in der gegenüber liegenden Kirche statt, zu der die ganze Behörde geht. Der Osterschmuck ist bereits aufgebaut, jedoch müssen wir feststellen, dass dieser hier definitiv nicht dem gleicht, den man aus unserer Heimat kennt. ?
Am vergangenen Montag hatten wir frei, da der gesetzliche Feiertag St. Joseph anstand. Hier in Rabat wurde dies groß gefeiert. Mehrere Straßen wurden geschmückt, Live-Musik gespielt und verschiedene Stände wurden aufgebaut. Abends gab es mehrere wunderschöne Feuerwerke, die durch die Einwohner Rabats finanziert werden.
Außerdem besichtigten wir vergangene Woche die wunderschönen Dingli Cliffs, die Golden Bay und die blaue Grotte. In diese kann man eigentlich mit kleinen Booten hinein fahren, aufgrund der starken Wellen, war dies aber (bisher) nicht für uns möglich.
Dingli Cliffs
Blue Grotto
Golden Bay
Wir betrachteten die St. Pauls Catacomben und auch die römische Villa, was man beides in Rabat findet. Außerdem fuhren wir nach Sliema, wo wir ebenfalls das traumhafte Meer und die schöne Stadt bewunderten.
Sliema
In unserer WG wohnen nun fünf Personen und wir verstehen uns super. Am kommenden Wochenende werden wir gemeinsam nach Gozo fahren. Da es bis zu 23 Grad werden soll, hoffen wir, unsere Füße ins Wasser halten zu können. ?
Letzte Woche war ich mit meinen Kollegen Helen und Viðar bei einem Meeting im „Ministry of Education, Science and Culture“. Dort haben zwar alle auf isländisch gesprochen, aber für mich war es trotzdem eine interessante Erfahrung. Es wurde um die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen gesprochen, da es neben IÐAN noch ein weiteres Bildungszentrum in Reykjavik gibt, die sich jedoch nur in eine Richtung („science“) spezialisiert haben.
Am Dienstag war ich mit meinen Kollegen Fjola und Fjalar in der Stadt, da wir für das Studio eine neue Beleuchtungsanlage gekauft haben. Da wir bis Mittags unterwegs waren, entschlossen wir uns kurzerhand, einen Hot Dog beim berühmten „Bæjarins Beztu Pylsur“ („the town‘s best sausages“) zu essen. Schon von weitem ließ sich die Schlange von Touristen und Einheimischen vor dem kleinen, unscheinbaren Imbiss finden. „Ein Muss für deinen Island Aufenthalt. Du darfst dieses Land nicht verlassen, bevor du einen Hot Dog hier gegessen hast“, ließ mich Fjola wissen und lud mich anschließend zum Essen ein. Innerhalb der letzten 3 Wochen habe ich gemerkt, dass das Besuchen von Schwimmbädern (inklusive der „hot tubs“) und das Essen von Hot Dogs ein Muss für jeden Island Aufenthalt ist!
Mittwoch Vormittag konnte ich an einem „3D Drucker-Kurs“ teilnehmen. Dieser war ursprünglich für die Kollegen organisiert, da er jedoch auf englisch statt fand, konnte ich spontan auch daran teilnehmen. Nach einer kurzen und interessanten Einführung in den Drucker und wie dieser funktioniert konnten wir anschließend selbst mit einem Programm ein Produkt „designen“ und ausdrucken lassen. Es war sehr schwer, mit dem Programm zu arbeiten, weil man darauf achten musste, die richtigen Einstellungen zu wählen und das Produkt richtig zu drehen, damit es wie gewünscht gedruckt werden kann.
Innerhalb der letzten Wochen hatte ich viel Zeit, Reykjavik auf eigene Faust zu erkunden. Das Konzert- und Opernhaus Harpa, der Warmwasserspeicher Perlan, die Hallgrimskirkja, der Sólfar, das Ráðhús Reykjavíkur, der alte Hafen und die Laugavegur bilden nur einen kleinen Teil meiner Erfahrungen, die ich mit nach Hause nehmen werde.
die Hallgrimskirkja, das Wahrzeichen Reykjaviks
das Konzert- und Opernhaus Harpa
der Sólfar,er soll ein Wikingerschiff darstellen
Blick von der Hallgrimskirkja auf Reykjavik
Mein Arbeitgeber: Iðan fræðslusetur. Mein Arbeitgeber, IDAN, ist ein Berufsbildungszentrum, welches im Jahr 2006 aus der Fusion von vier Bildungszentren entstand. Die Hauptaufgaber von IDAN besteht hauptsächlich darin, die Fähigkeiten von Unternehmen und Mitarbeitern in der Automobil-, Bau- und Metallindustrie sowie in der Druck-, Lebensmittel- und Restaurantbranche zu verbessern. Die Bildungs und Berufsberatung bildet einen der zentralen Anlaufstellen. Kurse zu Themen wie Bau und Tiefbau, Metall und Maschinenbau und Grafiken und Medien können im Erdgeschoss des Gebäudes absolviert werden. Darüber hinaus ist es möglich, Gesellenprüfungen („journeymans examination“) abzulegen, die ein Schüler nach dem Abschließen einer Ausbildung beantragen kann.
Man lernt das Land nicht nur durch seine Sehenswürdigkeiten kennen, sondern auch durch viele neue Kollegen, Arbeitserfahrungen und das Untereinander an der Arbeit. Wir haben uns oft über die kulturellen Differenzen, die Entwicklung durch den wachsenden Tourismus in Reykjavik und über die Unterschiede in Deutschland und Island unterhalten. Dadurch lernt man das Land und seine Kulturen durch eine ganz andere Art und Weise kennen. Andererseits merkt man natürlich auch, wo seine Schwächen liegen, lernt damit um zu gehen baut neue Stärken auf! Durch die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit gewinnt man nicht nur an beruflicher Erfahrung, sondern auch an persönlicher Stärke. Das Wichtigste dabei ist, sich zu trauen und zu wissen, dass man sich auf was komplett Neues einlässt. Man macht sich oft zu viele Gedanken – wie komme ich alleine zurecht, wie wird die Arbeit, sind meine Kollegen nett, finde ich mich gut zurecht – Dabei sollte man einfach daran denken, egal, was passieren wird, man wird mit Erfahrungen das Praktikum abschließen, die einen für die weitere persönliche und berufliche Zukunft prägen werden.
mein Büro
der Empfang
die Teeküche
Ich möchte den Menschen dafür danken, die das Praktikum möglich gemacht haben: Herrn Werner, Mobilitätsberater der Handwerkskammer Kassel, der für die reibungslose Organisation zuständig war. Frau Alberti (Arbeit und Bildung e.V.), die sich um die Finanzierung meines Praktikums gekümmert hat, meinem Arbeitgeber, dem Landkreis Kassel, der mich für die Zeit meines Auslandspraktikums freigestellt hat, und dem Bildungszentrum IÐAN, wo ich mein Praktikum absolvieren konnte. Es ist eine großartige Chance, solche Möglichkeiten wahrzunehmen. 🙂
Letzten Sonntag hatte ich die Möglichkeit, bei der Messe „Verk og vit“ auszuhelfen, bei der mein Arbeitgeber „IÐAN“ einen eigenen Stand hatte. Meine Kollegin Arndis hat mich um 11 Uhr abgeholt und wir fuhren anschließend gemeinsam in eine große Sporthalle, in der die Messe statt fand. Dort haben sich verschiedene Firmen vorgestellt. Bevor die Veranstaltung begann, hatten wir genügend Zeit, unseren Stand aufzubauen, Broschüren auszulegen und die anderen Stände zu besuchen. Unsere Aufgabe war es, Informationen über „IÐAN“ weiterzugeben und Fragen zu beantworten. Gegen Mittag füllte sich die Halle schnell, wir hatten viel zu tun und viele Besucher haben mich auf isländisch angesprochen und Fragen gestellt – da hier jedoch jeder Englisch sprechen kann, gab es keine Probleme bei der Verständigung 😉
Der Stand von IÐAN
An einem meiner ersten Tage durfte ich Fragebogen auswerten, die jeder Teilnehmer nach einem absolvierten Kurs ausfüllen kann. (IÐAN ist ein Bildungszentrum, in dem Kurse absolviert werden können). Dazu hat mir meine Kollegin zunächst alle „Kategorien“, die es zu bewerten gab, übersetzt und erklärt. Schritt für Schritt sind wir alles einzeln durchgegangen und ich habe mir Notizen gemacht. Anschließend habe ich alle Bewertungen (der Schüler und Lehrer) eintragen und auswerten können. Teilnehmer konnten außerdem ihre eigene Meinung auf dem Blatt ergänzen – für mich war es oft schwierig, die richtigen Worte zu lesen und anschließend in die Tabelle einzutragen. (Dabei konnten mir dann meine Kollegen helfen 😀 )
Excel auf isländisch 😉
Am Mittwoch hatte ich die Möglichkeit, mit meinen Kollegen Fjola und Fjalar zusammen zu arbeiten. Sie verwalten das „social media departement“. Im Studio, das sich im Erdgeschoss des Gebäudes befindet, wurde ein Interview für den „international happiness day“ gedreht, das auf der Facebook Seite von IÐAN veröffentlicht werden soll. Mit viel Mühe, Geduld, Kreativität und vor allem viel Zeit haben wir das Interview geschnitten und bearbeitet. Dabei konnten wir uns viel unterhalten und Fjolar und Fjalar haben ein paar deutsche Wörter gelernt 😉
Interview hinter dem „greenscreen“, um anschließend einen passenden Hintergrund einfügen zu können.
die erste Woche ist nun vergangen und hat schon jetzt viele neue Eindrücke und interessante Erfahrungen mit sich gebracht. ?
Dienstag war unser erster Arbeitstag. Um 08:30 Uhr trafen wir uns mit George an der Bushaltestelle. Er erklärte uns, welche Busse wir nehmen können und dass wir Handzeichen geben müssen, damit der Bus hält. Der gesamte Weg zur Behörde dauert etwa eine Stunde.
Kaum waren wir im Bus eingestiegen, merkten wir, dass es hier rasanter zugeht. Nach ein paar Minuten Fahrt machte der Busfahrer eine Vollbremsung, weil er eine rot werdende Ampel noch überqueren wollte, das Auto vor ihm aber nicht. Einige Passagiere verletzen sich leicht und die Taschen flogen durch den Bus. Direkt bemerkte man das maltesische Temperament, da viele den Busfahrer beschimpften und lautstark diskutierten. ?
Die Behörde, in der wir für vier Wochen unser Praktikum absolvieren dürfen, heißt L.E.S.A. (Local Enforcement System Agency) und ist in Pietà. L.E.S.A. ist mit einem Ordnungsamt gleichzusetzen. Hier werden z. B. Strafzettel bei zu schnellem Fahren oder falschem Parken ausgestellt, Widersprüche bearbeitet und die Kosten abgerechnet.
Am ersten Tag lernten wir Stephen kennen, der unser Ansprechpartner bei L.E.S.A. ist. Er stellte uns gleich den Kollegen vor, von denen wir sehr freundlich empfangen wurden. Wir lernten die Büroräume kennen und unseren Arbeitsplatz für die nächsten vier Wochen. Im Büro angekommen wurden wir von einer Räucherstäbchenwolke und mittelalterlichen Musik begrüßt.
Während man uns unsere erste Aufgabe erklärte, wurden wir hektisch von einer Kollegin geholt. Sie bat uns, schnell auf die Straße zu gehen, da sich vor der Behörde ein Unfall ereignet hatte. Ein kleiner Junge wurde von einem Auto erfasst und wir sollten den Eltern, die nur deutsch verstanden, übersetzen, wie die Notärzte den Jungen behandeln werden. Nach diesem Schock gingen wir zurück in das Büro und bearbeiteten die uns aufgetragenen Aufgaben.
Unser Arbeitstag beginnt um 9 Uhr und endet um 17 Uhr. Für die Mittagspause steht uns eine Stunde zu Verfügung, die wir in der Sonne verbringen. Momentan genießen wir stürmische 19 Grad, die sich leider deutlich kälter anfühlen.
Nach einer viertägigen Arbeitswoche dürfen wir uns wieder auf ein langes Wochenende freuen. Montag ist St. Joseph, ein gesetzlicher Feiertag, bei dem Jesus Vater geehrt wird. Bei uns in Rabat wird dieser groß gefeiert, weshalb einige Gassen aufwendig geschmückt sind. Das ganze Wochenende wird dort Livemusik gespielt und abends Feuerwerk gezündet.
Kirche St. Joseph
Heute haben wir einen Ausflug nach Valletta gemacht, was mit dem Bus leicht zu erreichen ist. Hier ein paar Eindrücke der europäischen Kulturhauptstadt 2018:
Nun genießen wir den letzten Abend zu zweit und sind gespannt auf den neuen Mitbewohner, der ab morgen unser Apartment aufmischen wird.
Zwischen Geysiren, heißen Quellen und jeder Menge öffentlicher Schwimmbäder befindet sich die nördlichste Hauptstadt Europas, Reykjavik. Rund 60% der gesamten Bevölkerung leben dort. Am 05.03. ging es für mich auf die große Reise. Von Frankfurt aus nahm ich das Flugzeug zum Flughafen in Keflavik, der etwas außerhalb der Innenstadt liegt. Schon dort erwartete mich das typisch isländische Wetter: sonnig, nicht zu kalte Temperaturen, aber starker Wind! Das Wetter hier in Island kann sehr unbeständig sein, die Temperaturen fallen aber selten unter minus 7 Grad.
Viðar, ein Arbeitskollege, hat mich am Flughafen abgeholt und fuhr mich anschließend zu meiner Unterkunft. Dort hatte ich genügend Zeit, mich einzuleben und die Wohngegend zu erkunden, die direkt neben einem Park liegt. Dort konnte ich bereits viele Islandpferde sehen 🙂
Am Dienstag war mein erster Arbeitstag für bei „IÐAN“, einem Bildungszentrum in Reykjavik. Ich wurde sehr nett von Helen empfangen, mit der ich bereits vor meinem Praktikum Email Kontakt hatte. Auf Englisch erklärte sie mir die wichtigsten Informationen über IÐAN. Sehr interessant erschien mir der Fakt, dass die Arbeitslosenquote in Island sehr niedrig ist. Anschließend stellte sie mich allen Kollegen vor, die mich sehr nett empfangen haben. In der Teeküche blieb anschließend Zeit, um ins Gespräch zu kommen. Einige meiner Kollegen waren letztes Jahr in Kassel und so hat man schnell ein Gesprächsthema gefunden. Nach der Einführung fuhr ich mit meinem Kollegen Viðar in die Innenstadt, wo wir zusammen Mittag aßen. Er zeigte mir die wichtigsten Bushaltestellen in der Innenstadt und brachte mich anschließend wieder nach Hause.
nach einer aufregenden Fahrt mit dem Zug zum Münchener Flughafen und einem zweistündigen Flug sind Meike und ich gestern Abend sicher und wohlbehalten auf Malta gelandet. Vom Flughafen wurden wir von einer Mitarbeiterin eines Taxi-Unternehmens abgeholt. Diese brachte uns direkt zum Apartment in Rabat.
Dort angekommen, trafen wir auf George und Joe, unsere Ansprechpartner vor Ort. Sie zeigten uns das modern eingerichtete Apartment, welches wir eine Woche alleine bewohnen. Am Sonntag werden dann vier weitere Studenten zustoßen. Das Apartment hat einen großen Wohnbereich mit Küche, drei Doppelzimmer, zwei Badezimmer und zwei Balkone.
Unser Zimmer
Die Küche
Unsere Kuschelecke ?
Kaum waren George und Joe gegangen, schaffte ich es erfolgreich, den Strom in unserer Wohnung und dem Treppenhaus lahmzulegen. Verzweifelt und mit Handytaschenlampe bewaffnet, schlichen wir ins Treppenhaus, um den Sicherungskasten zu finden. Nach zehnminütiger Suche schalteten wir erfolgreich den Strom wieder an. Wer hätte gedacht, dass ein Handy ein maltesisches Stromnetz ausschalten kann? ?
Am Montag hatten wir einen Orientierungstag. Joe holte uns um 11 Uhr ab, um uns den Weg zu den Bushaltestellen, die Innenstadt Rabats und Einkaufsmöglichkeiten zu zeigen. Dann hatten wir die Gelegenheit, uns weiter zu zweit umzuschauen. Wir gingen nach Mdina, die älteste Stadt und früher Hauptstadt Maltas, und erkundeten die schmalen Gassen. Dort besuchten wir kleine Läden, wo viel Handwerkskunst geboten wird. Malta ist für seine Glaskunst bekannt, was wir schnell merkten.
Das Tor nach Mdina
Morgen haben wir unseren ersten Arbeitstag. Um 8.30 werden wir uns mit George treffen, der uns dann zu unserer Behörde bringt.
Meike und ich lassen den Abend nun gemütlich ausklingen und freuen uns auf morgen.
Da ich nun schon seit über einer Woche wieder zurück in Deutschland bin, wollte ich mich hier abschließend noch einmal zu Wort melden. 🙂
Letzten Samstag startete ich meine Rückreise früh morgens in Portsmouth. Mit dem Fernbus ging es nach London-Heathrow und von dort dann mit dem Flugzeug nach Frankfurt. Um 22 Uhr deutscher Zeit war ich dann endlich zu Hause.
Dort wurde ich sogar mit einer kleinen Girlande begrüßt, über die ich mich sehr gefreut habe:
Meine Gastmutter Ginny hatte am Freitag zum Abschied für mich eine kleine Tea Time mit Scones und Tee veranstaltet. Das Rezept hatte ich mir von ihr geben lassen und so konnte ich mich am Sonntag gleich bei meiner Familie mit selbst gebackenen Scones für die liebe Begrüßung bedanken. Scones sind ein kleines Gebäck, das in England traditionell zur Tea Time gereicht und mit Clotted Cream (ein butterig-sahnig schmeckender Streichrahm) und Marmelade bestrichen wird. Da ich auch Clotted Cream aus England mitgebracht hatte, stand dem original englischen Erlebnis also nichts mehr im Wege. 😉
Zwei Scone-Hälften mit Clotted Cream und Marmelade
Eine schöne und interessante Zeit
Abschließend kann ich sagen, dass mein Auslandspraktikum in Portsmouth eine sehr interessante Zeit für mich war und dass ich so etwas nur weiterempfehlen kann.
Es war eine sehr interessante und schöne Erfahrung, für vier Wochen lang am Leben von Menschen in einem anderen Land teilhaben zu dürfen und zu erleben, wie sie leben und arbeiten. Ich habe in Portsmouth sehr viele schöne Erfahrungen gesammelt und neue Freundschaften geschlossen. Die Zeit wird mir sicher immer in guter Erinnerung bleiben. 😀
Noch ein kleiner Schnappschuss von meinem London-Besuch 🙂
Vielen Dank an meine Ausbildungsbehörde, die Handwerkskammer Kassel, die mir diese Erfahrung ermöglicht hat und an alle anderen, die mich dabei unterstützt haben.
Bevor mein England-Aufenthalt zu Ende geht, möchte ich euch gerne noch an ein paar Unterschieden bzw. interessanten Dingen teilhaben lassen, die mir im Alltag in Portsmouth aufgefallen sind.
Linksverkehr
Ein ganz offensichtlicher und bekannter Unterschied zu vielen Ländern der Welt ist ja der Linksverkehr. Der betrifft mich hier zwar – zum Glück – nicht als Autofahrer, jedoch hat es schon einige Tage gedauert, bis ich mein Verhalten vor dem Straßeüberqueren daran angepasst hatte.
Denn in England ist es nunmal sehr wichtig, zuerst nach rechts anstatt nach links zu schauen, wenn man nicht von einem Auto überrascht werden möchte. 😉
Natürlich ist das nicht überall so schön beschrieben wie hier 😉
Busse
Wenn man in Portsmouth die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt, ist es ebenfalls sehr wichtig zu wissen, dass man die Hand rausstrecken oder dem Busfahrer winken muss, wenn der Bus, mit dem man fahren möchte, an der Haltestelle vorbeikommt. Signalisiert kein Wartender an der Haltestelle, dass er mit diesem Bus fahren möchte, hält der Bus auch nicht an.
Tea (& Coffee)
Ganz dem Klischee entsprechend wird in England natürlich ganz viel Tee getrunken. Und das gerne auch mit Milch. Auch ich habe mich tatsächlich inzwischen daran gewöhnt, meinen Tee mit Milch zu trinken.
Kaffee ist nicht ganz so verbreitet wie in Deutschland, aber wenn es ihn gibt, dann meist aus Granulat (außer in Restaurants usw., ansonsten ist mir hier tatsächlich noch keine Kaffeemaschine „begegnet“). Das macht sich auch beim Blick in das Supermarktregal bemerkbar:
Kaffeeregal im Supermarkt
Die Wasserhähne
Außerdem ungewohnt für mich ist es, dass es an Waschbecken fast überall zwei Wasserhähne gibt – einen für kaltes und einen für warmes Wasser – also nichts mit angenehm temperiertem Wasser zum Händewaschen. 😀
Zwei Wasserhähne – ein typisch englisches Waschbecken
Die Türdrücker
Eine weitere Hürde, vor der ich gleich am Anfang stand, sind die Türdrücker bzw. der Schließmechanismus, der etwas anders funktioniert, als der, den ich gewöhnt bin. Denn hier muss man den Türdrücker erst ganz nach oben bewegen, um das Schloss aufschließen zu können und dann ganz nach unten drücken, um die Tür zu entriegeln.
Einkaufen
Weiterhin war ich sehr überrascht, als mir Ginny an einem Samstagabend erzählte, dass sie morgen erst einmal einkaufen gehen werde. Einkaufen am Sonntag? Was in Deutschland größtenteils nicht möglich ist ist hier in Portsmouth ganz normal, die Geschäfte haben auch am Sonntag bis 16 Uhr oder länger geöffnet. Sogar am Ostersonntag und -montag hatten hier einige Geschäfte geöffnet.
Außerdem interessant finde ich, dass es hier in vielen Supermärkten Selbstbedienungskassen gibt, wo man seine Artikel also selbst scannt und per Karte bezahlt (wie z.B. bei Ikea).
Die Tastatur
Ansonsten begegnete mir bei der Arbeit im Büro noch ein kleiner Unterschied, der absolut logisch ist, der mich aber ehrlich gesagt überrascht hat, da ich mir darüber vorher nicht wirklich Gedanken gemacht habe. Denn die Tastaturen in England sind etwas anders. Da in der englischen Sprache das „Y“ weit öfter vorkommt, als das „Z“ ist die Position dieser Buchstaben auf der Tastatur vertauscht. Daher ist es mir natürlich sehr oft passiert, dass ich den falschen Buchstaben angetippt habe. Außerdem haben viele der anderen Zeichen eine andere Position. Und natürlich brauchen die Engländer die Buchstaben „ä“, „ö“, „ü“ und „ß“ nicht, die deshalb ganz auf der Tastatur fehlen. Wenn ich dann mal am PC an der Arbeit etwas in deutsch schrieb, ist mir dadurch erst einmal richtig aufgefallen, wie oft diese Buchstaben in unserer Sprache vorkommen und ich musste mir damit behelfen, sie aus einem anderen Text zu kopieren und an der passenden Stelle einzusetzen.