La Vida Loca !!!

Mein persönlicher Erfahrungsbericht mit dem Erasmus plus Programm.

Hola buenos dias, como estas?
Mein Name ist Laura und bin 24 Jahre alt, ich habe eine Ausbildung zur Maßschneiderin gemacht und eine Weiterbildung zur Staatlich geprüften Modedesignerin.
Es war schon immer mein persönlicher Traum nach Spanien zu gehen, um eine neue Sprache zu lernen und eine andere Kultur zu entdecken. Genau das ist was das Erasmus+ Programm ausmacht.
Erasmus+ ermöglichte mir nach dem Abschluss meiner Ausbildung mich Kulturell, Sprachlich, menschlich und beruflich weiterzubilden.
Meine ersten Schritte in Spanien habe ich allerdings ohne Erasmus+ gemacht.
Nach meiner Weiterbildung habe ich mich entschieden, als Au-pair 7 Monate nach Teneriffa auf die Kanarischen Inseln zu gehen.
Ich habe die Zeit sehr genossen dennoch hat mir mein Handwerk sehr gefehlt vor allem das Kreative arbeiten Zeichnen und Nähen.

So bin ich nur durch Zufall und eine Menge Glück auf Instagram auf Maria Azcarate gestoßen und Ihr Designer Brand Mia.sustainible.Collection.
Maria Azcarate ist eine einheimische Modedesignerin die ausschließlichen Biologischen und organischen Materialien verwendet.
Das Thema Nachhaltigkeit hat mich persönlich sehr angesprochen. Da Nachhaltigkeit heute wichtiger ist als jemals zuvor.
Vor allem die Modebranche und Ihr damit verbundener schlechter Ruf steht im großen Wandel. Immer mehr Brands orientieren sich an dem Neuem Trend der Gesellschaft. Wir fordern Nachhaltigkeit ökologische und fair Produkte.
So auch Maria Azcarate mit ihrem Mode Brand Mia.sustainible. Collection.
Daraufhin habe ich m ich mit dem Erasmus + Programm in Verbindung gesetzt und nach einigen Telefonaten und Papierangelegenheiten habe ich die Möglichkeit bekommen ein Auslandspraktikum in Teneriffa bei Maria Azcarate zu machen.
Ich bin sehr glücklich darüber diese große Chance bekommen zu haben und das Leben die Arbeit und das Essen auf einer der schönsten Inseln der Kanaren genießen zu dürfen.

„ Welcome to paradise“

bereits Anfang des Jahres war ich mit dem Erasmus plus Programm für vier Wochen in Wien, um dort in einer kleinen Konditorei zu arbeiten. Nachdem ich Ende Juni meine Ausbildung beendet hatte stand für mich fest: ich möchte mehr sehen, ich möchte noch einmal ins Ausland um meine Fähigkeiten und mein Fachwissen in meinem Beruf zu erweitern. Schnell stand für mich fest, ich möchte mehr über die französische Patisserie lernen. Von einer befreundeten Kollegin wurde mir Manuellos Pastry lab auf Kreta empfohlen. Hier gibt es die französische Patisserie in einer tollen Atmosphäre. Auf Kreta gibt es sowohl hohe Berge als auch heiße Strände.

Um von meinem Aufenthalt mehr mitzunehmen wollte ich dieses Mal nicht nur einen Monat, sondern drei Monate, im Ausland verbringen. Doch mit all der Euphorie kamen auch die Sorgen: ich spreche gar kein griechisch, wie soll ich mich verständigen? Werde ich zu Hause und meine Familie sehr vermissen? Wie werden meine Arbeitskollegen mit mir umgehen? Werde ich mich gut zurecht finden? 

Doch noch bevor ich drei Tage hier war, lösten sich alle Sorgen in Luft auf. Das Verständigen ist gar kein Problem, ziemlich jeder kann Englisch, durch meine Arbeitskollegen lerne ich ein wenig griechisch und zur Not kann man sich immer noch mit Händen und Füßen verständigen. Hier auf Kreta gibt es so unheimlich viel Tolles zu sehen und zu erleben, dass ich gar keine Zeit habe zu Hause und meine Familie zu vermissen. Meine Arbeitskollegen hätte ich mir nicht besser wünschen können, bereits am zweiten Tag hat mein Arbeitskollege mir ihre Freunde vorgestellt und nun zähle ich schon zu ihnen. Und zurecht findet man sich auch immer irgendwie und wenn nicht sind die Einheimischen super hilfsbereit.

Am 31. August um 11:25 Uhr ging mein Flugzeug von Frankfurt am Main aus, gegen 16:00 Uhr landete mein Flieger in Heraklion. Manos, mein Chef holte mich vom Flughafen ab und brachte mich zu meiner Wohnung. Direkt danach gingen wir gemeinsam Essen wobei ich feststellte, dass ich mehr verstand als ich mir zugetraut hätte. Während dem Essen lernte ich auch seine Frau Sanda kennen, die mich sofort mit den Worten „ Welcome to paradise“ begrüßte.

An meinem ersten Arbeitstag wurde ich von meinem Chef zu Hause abgeholt und er stellt mich meinen Arbeitskollegen vor, es ist eine sehr kleine Patisserie, weshalb ich nur zwei Arbeitskollegen habe. Beide sind super nett und sehr sympathisch. 

Auf Kreta sind Arbeitszeit und Freizeit völlig anders eingeteilt. Ich arbeite von 10:00 Uhr morgens bis 18:00 Uhr abends, um 22-24 Uhr gibt es dann Abendessen und gegen 1:00/2:00 Uhr geht man ins Bett. Auch die Arbeit ist viel lockerer, echte Pausenzeiten gibt es nicht wirklich, wenn du eine Pause brauchst machst du eine Pause. Die Kollegen reden viel miteinander und verstehen sich auch untereinander gut. Meine Hauptaufgaben auf der Arbeit bestehen darin Macarons zu füllen, Trüffel zu rollen und zu überziehen sowie das Herstellen kleiner Desserts und Cookies. 

An meinen ersten freien Tagen nahm mich mein Chef mit seiner Frau auf einen Ausflug mit, wir fuhren einige Städte weiter nach Agios Nikolaos und verbrachten dort einen tollen Tag. Zuerst gingen wir in den Amazonaspark, in dem man in die Gehege der Affen und Lemuren gehen konnte, um diese zu füttern. Das war ein tolles Erlebnis, diese Tiere sind total leicht und Mega weich. Am Eingang kann man Futter kaufen, um die Tiere zu füttern. Man hat das Futter in der Hand und die Tiere klettern an einem hoch und suchen sich das Obst raus, welches sie essen möchten. 

Am nächsten Tag mussten sowohl mein Chef als auch seine Frau leider arbeiten, weshalb ich einen Tag am Strand verbrachte.

Servus und Baba

Mein Praktikum in Wien ist zu Ende und ich sitze wieder im Zug nach Kassel.
In den vergangenen Wochen habe ich viel neues erlebt, neue Menschen kennengelernt und neue Erfahrungen sammeln können. Es war sehr interessant den Arbeitsalltag in einem anderen Land kennenzulernen und für diese Zeit auch auf sich allein gestellt zu sein.

In einem klimatisierten und überaus modernen Bürogebäude arbeiten zu können war sehr angenehm, besonders bei den hohen Temperaturen in Wien. Auch die Kollegen der Kammer waren alle sehr lieb und haben einen direkt ins Team aufgenommen. Für mich war es allerdings schwer sich an das Großraumbüro zu gewöhnen, in dem mehr wie 3 Kollegen sitzen und ständig telefoniert wird.
Vermissen an Wien werde ich definitiv die U-Bahn, weil man nie länger als 5 Minuten auf den nächsten Zug warten muss und super schnell von A nach B kommt. Aber auch die vielen Sehenswürdigkeiten, Schlösser und Parks mitten in der Stadt, wo ich mich nach der Arbeit oder an den Wochenenden gerne aufgehalten habe.

Ich habe mir fest vorgenommen bald wieder nach Wien zukommen, wenn man wieder ein Konzert in der Staatsoper besuchen oder eine Bootsfahrt auf der Donau machen kann. Jetzt freue ich mich erst einmal wieder auf mein zuhause, auf einen Feierabend vor 17 Uhr, sowie auf die gemeinsamen Pausen mit meinen Kolleginnen in der Kasseler Innenstadt bei einem leckeren Kaffee oder einer griechischen Pita 🙂

Danke, das ihr mich auf dieser kleinen Reise begleitet habt.

Bis Bald
Eure Theresa

Meine Aufgaben in der Wirtschaftskammer

In den vergangenen Wochen durfte ich die Abteilung „Gründerservice“ kennenlernen. Dort hörte ich bei Beratungsgesprächen am Telefon zu und nahm an Gründungsberatungen teil. In den Beratungen konnte ich viel über die Gewerbeanmeldung, Einkommens- und Umsatzsteuer und den Rechtsformen in Österreich lernen.

In der Datenbank der Wirtschaftskammer fügte ich E-Mails zu vorhandenen Geschäftsfällen hinzu oder legte neue Geschäftsfälle und Personen an. Außerdem war ich bei einem Online Gründerworkshop dabei und schaute mir eine Videoreihe der WKO zum Thema „Erfolgreich Gründen“ an.

Seit dieser Woche bin ich in der Gewerbeanmeldung eingesetzt, dort schaue ich den Kollegen über die Schulter. Am Serviceschalter der Gewerbeanmeldung nehme ich die Termine in Empfang und gleiche die Daten der Gründer ab.

Mein Arbeitsplatz

An meinem letzten Wochenende in Wien, kommt meine kleine Nichte zu besuch, so geht es morgen für uns in den Tiergarten Schönbrunn, dem „besten Zoo Europas“.

Bis Bald und ein schönes Wochenende
Eure Theresa

Sightseeing in Wien

Manchmal kommt alles anders als geplant. Aufgrund der aktuellen Situation und den steigenden Infektionszahlen wurden die Mitarbeiter der Wirtschaftskammer, zum eigenen Schutz, ins Home Office geschickt. Die Praktikanten wurden am Mittwochnachmittag, für den Rest der Woche, freigestellt. So nutzte ich die vergangenen Tage um mir die schönsten und wichtigsten Orte anzuschauen die Wien zu bieten hat, bevor ich meine kleine Reise vielleicht schon früher als geplant wieder beenden muss.

So ging es, wie auch schon am ersten Wochenende, noch einmal auf den Prater. Einem Vergnügungspark mit über 250 Attraktionen gleich neben der Wirtschaftskammer am Praterstern. Hier steht das Wiener Riesenrad. Dies war aber leider geschlossen. Zum Glück gab es noch ein weiteres, etwas kleineres Riesenrad, welches geöffnet hatte und wovon man einen prima Ausblick auf die Stadt hatte.

Am nächsten Tag ging es mit Besuch aus der Heimat vorbei am Stephansdom, die Kärntnerstraße entlang zum Hotel Sacher um ein Stück Sachertorte zu kosten. Direkt neben dem Hotel befindet sich die Wiener Staatsoper. Leider finden auch dort, aufgrund der aktuellen Situation, zur Zeit keine Konzerte statt. An der Oper vorbei gelangt man auf den Karlsplatz, dort wartet mit der Karlskirche schon die nächste Sehenswürdigkeit. Zu guter Letzt ging es noch zu einem der architektonischen Highlights Österreichs, dem Hundertwasserhaus, es liegt mitten im 3. Gemeindebezirk und ist auf jeden Fall ein Spaziergang dorthin wert.

Nach einem ereignisreichen Wochenende geht es für mich aber glücklicher Weise wieder ins Büro. Im Haus der Wiener Wirtschaft herrscht nun wieder überall Maskenpflicht außer am Arbeitsplatz und die meisten Mitarbeiter werden wohl noch im Homeoffice sein. Ich bin gespannt was mich erwarten wird und ob ich bis zum geplanten Ende noch in Wien bleiben darf.

Bis Bald und liebe Grüße in die Heimat

Eure Theresa

Arbeiten in der Wirtschaftskammer

Meine erste Woche begann mit vielen neuen Eindrücken und Gesichtern, aber auch mit vielen vertrauten Themenbereichen.

Wieso vertraut?

Die Abteilung „Gründerservice“ in der ich sitze, kann man mit der Abteilung Betriebsberatung und Unternehmensführung der Handwerkskammer vergleichen. Hier beraten die Mitarbeiter, Personen die ein Gewerbe gründen möchten, telefonisch oder in Beratungsgesprächen. Sie beantworten Fragen zu allgemeinen Themen wie der Gewerbeanmeldung, Sozialversicherung, Steuern oder Rechtsformen. Für branchenspezifische Fragen sind die Experten der verschiedenen Fachorganisationen zuständig. Deshalb ist die gemeinsame Erstellung eine Businessplans oder auch eine langfristige individuelle Beratung über die Gründung hinaus, wie es die Betriebsberater bei uns in Kassel machen, nicht möglich.

Was ist neu?

Vor einem Jahr hat die Wirtschaftskammer Wien das „Haus der Wiener Wirtschaft“ am Praterstern im 2. Wiener Gemeindebezirk bezogen. Grundsätzlich wird hier in Großraumbüros gearbeitet, was für mich in dieser Größe zwar sehr ungewohnt ist, jedoch bekomme ich dadurch die Beratungen am Telefon besser mit. Ich finde es spannend, dass die Wirtschaftskammer für mehrere Branchen zuständig ist, so kann ich verschiedene Gewerbearten im Handel oder auch in der Sparte Information und Consulting kennenlernen.

Das Gebäude ist sehr stilvoll und modern eingerichtet, was eine angenehme und lockere Arbeitsatmosphäre schafft.

Was ist wegen Corona anders?

Aufgrund der Corona-Pandemie sind einige Mitarbeiter im Homeoffice. Die Besprechungen werden größten Teils per Skype abgehalten und die Beratungsgespräche finden in den Veranstaltungsräumen der Kammer statt, damit der Sicherheitsabstand und der Schutz der Mitarbeiter und Kunden gewährleistet werden kann. Die Gründerseminare, die normalerweise regelmäßig stattfinden, werden nun als Onlineseminar angeboten. Einen Mund-Nasen-Schutz muss man in Wien momentan nur in den öffentlichen Verkehrsmitteln tragen und überall dort, wo der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann.

Die erste Woche verging wie im Flug, ich bin gespannt was ich in den nächsten Wochen noch alles erleben werde.

Bis Bald

Eure Theresa

Die Zuckerbäcker von Wien

Als deutsche Konditorin in Österreich

Wie beginne ich jetzt den Artikel hier? Am Besten ich fange ganz am Anfang an. Ich und einige weitere Auszubildende haben an dem Erasmus+ Programm der Handwerkskammer teilgenommen. Genauer gesagt waren wir 11 Leute davon waren 4 Bäcker/innen und 7 Konditorinnen. Für uns ging es für 4 Wochen nach Wien in Österreich. Unser Anreisetag war der 09.02.2020, ein Sonntag. Um 10 Uhr haben wir uns alle mit Gepäck am Bahnhof in Kassel-Wilhelmshöhe getroffen. Ja, wir sind tatsächlich mit dem Zug darunter gegurkt. Mit kleiner Verspätung kamen wir dann auch in Wien an und wurden freundlich von der Frau Antoniadi und ihrer Kollegin empfangen. Die Beiden haben uns dann zur Unterkunft begleitet, wenn auch über Umwege. In der Unterkunft angekommen haben wir ein paar Anweisungen für die Wohnung und den nächsten Tag bekommen und sind dann noch was essen gegangen, denn es war ja Sonntag. Das bedeutet, dass man ja nichts mehr einkaufen konnte. Und hier ein kleiner Tipp: Das Gasthaus Haller in Wien ist keine Empfehlung.

Aber so weit will ich garnicht ausschweifen. Eigentlich sind wir doch alle eher an den Erfahrungen im Betrieb interessiert und wie wir unseren Alltag gestaltet haben.

Den nächsten Morgen sind wir dann alle zur IFA ins Büro gefahren und wurden dort mit Informationen und wichtigen Hinweisen ausgestattet und dann in kleinen Gruppen von Mitarbeiterinnen zu unseren Betrieben gebracht. Ich hatte das Glück nicht alleine im Betrieb zu sein, denn eine andere Konditorin war mit mir da. Von welchem Betrieb rede ich hier eigentlich? Mein beziehungsweise unser Praktikumsbetrieb war L.Heiner K.u.K. Hofzuckerbäcker. Ich verzichte an dieser Stelle auf ausschweifende Details zum Betrieb, dass kann man ja bei Interesse ganz einfach googlen.

Wiener Prater mit Riesenrad

Der Erste Eindruck vom Betrieb

Kleiner Disclaimer am Anfang: Ich kann L.Heiner ja nur mit meinem Heimbetrieb in Deutschland vergleichen und demnach mag es für den einen oder anderen auch belanglos sein über welche Kleinigkeiten ich mich gefreut habe. Doch für mich war das eine ziemlich große Sache. Wie wir dort ankamen wurden wir schon erwartet. Da wir aber ziemlich spät waren, hat es sich für uns beide auch nicht gelohnt noch mit in die Arbeit einzusteigen. Doch der Backstubenleiter Herr Krapl war so freundlich und hat uns eine kleine Tour durch die Räumlichkeiten gegeben.

Für mich und auch meine Kollegin war das eine riesen Überwältigung durch diesen Betrieb zu schlendern, denn wir kannten es so nicht von Zuhause. Der Herr Krapl hat uns ein bisschen rumgeführt und dazu immer ein etwas erzählt. Ich war schon fast erschrocken über die Masse die dort hergestellt und mit welcher Liebe und Sorgfalt jedes einzelne Produkt dort hergestellt wird. Die machen dort alles selber. Von Marzipanrosen über Pralinen bis hin zu selbstgekochter Marmelade. Sowas kenne ich von Zuhause garnicht. Wir kaufen alles was Arbeit ist ein um Zeit zu sparen. Der Heiner ist davon natürlich das krasse Gegenteil. Nach der Führung haben wir noch einen Schrankt bekommen, wo wir all unsere Arbeitssachen lassen konnten und dann sind wir mit der Frau Antoniadi auch wieder zurück gefahren. Unsere erster Arbeitstag war demnach der Dienstag. Überraschenderweise musste fast keiner an diesem Tag arbeiten und alle waren schon wieder Daheim und wir konnten unsere ersten Eindrücke austauschen.

Aber zu einem WG-Leben, was wir ja ab da automatisch hatten wenn man mit 8 Leuten in einer Wohnung wohnt, gehört auch ein bisschen Organisation. Wer kommt wann nach Hause? Wie machen wir das mit dem Kochen? Kochen wir immer alle zusammen oder jeder für sich? All diese Fragen mussten erstmal geklärt werden. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir aber in der zweiten Woche schon eine Routine entwickelt gehabt.

Die ersten Tage als Zuckerbäckerin

Ich muss sagen, dass ich die ersten Tage bei L.Heiner ziemlich schwierig fand. Es schien fast so als gäbe es in den perfekten Abläufen keinen Platz für uns. Die ersten Tage habe ich am Plunder-Posten verbracht, was für mich schonmal ein riesen Ding war. Denn in meinem deutschen Betrieb machen die Bäcker die Plunder und ich bekomme nie die Möglichkeit dazu. Und das was wir in der Schule lernen hat nun wirklich nichts mit können zu tun. Die anfängliche Euphorie war dann aber recht schnell wieder verflogen, weil ich ca. 60% des ganzen Arbeitstages nur rumgestanden hab und den anderen beim arbeiten zu sehen musste. Obwohl ich ständig gefragt habe ob ich noch was helfen kann wurden mir nie Aufgaben zugeteilt, was es für mich sehr schwer gemacht hat Anschluss an alles zu bekommen. Es hat auch einige Tage gedauert bis ich wirklich mit eingebunden wurde und auch mal mitarbeiten durfte. Es war auch abhängig vom Posten, an dem ich gearbeitet habe, wie sehr ich eingebunden wurde. Manche Posten hatten mehr für mich zu tun als andere. Und mit der Zeit wusste man auch wo man Werkzeuge findet und wie die Arbeitsabläufe waren.

Meine Aufgaben:

  • Torten-Posten: einsetzten und einstreichen von Torten mit und ohne Ring, ausgarnieren von Torten mit Schreibschokolade, Dekorieren von Torten mit Guss und Fondant, Füllen/Zusammensetzten/Schneiden von Kardinalschnitten
  • Plunder-Posten: zubereiten von Hefefeinteigen, Tourieren von Hefefeinteigen mit Ziehfett, Herstellen/Füllen von süßen Plunderteilchen, Käsebäckerei. Herstellen von Weißbroten
  • Sachertorten-Posten: Füllen und Einstreichen von Sachertorten, Überziehen von Torten mit Ganache, Modellieren von Marzipanfiguren
  • Sacherpunsch-Posten: Herstellen von Sacherpunsch, gießen von Schokoladenauflegern, Herstellen von Schokoladenröllchen, Ausstechen von Marzipanfiguren, Füllen von Eclairs und Moccatörtchen
  • Marzipan-Posten: Ausdekorieren keiner Casperköpfe, Arbeiten mit Massa Ticino

Was ich gelernt habe

Grundsätzlich kann ich ein Praktikum im Ausland wirklich jedem wärmstens empfehlen. Es erweitert den eigenen Horizont ungemein. Anfangs hatte ich Angst, dass ich eventuell nichts neues lernen würde, doch ich hab schon früh bemerkt, dass einfach das arbeiten in einem anderen Betrieb für mich eine große Bereicherung war. Die anderen Arbeiten und Abläufe, die anderen Produkte und die grundsätzliche Ruhe die die Mitarbeiter ausgestrahlt haben waren für mich schon Erkenntnis genug. Manchmal braucht man einfach einen Tapetenwechsel und ein paar neue Denkanstöße um im Leben weiter zu kommen. Zudem habe ich auch ein paar neue Möglichkeiten an Arbeitstechniken mitgenommen. Denn jeder Betrieb arbeitet anders und mit anderen Werkzeugen. Und das Umgehen mit anderen Menschen und bestimmten Situationen hat mich gestärkt.

Im großen und Ganzen habe ich mich sowohl in meinem Beruf als Konditorin als auch als Person weiterentwickelt und weiß jetzt besser Bescheid über mich und wie ich mit anderen Umgehe. Ich finde auch das WG-Leben war eine große Bereicherung für uns alle, denn wir haben gelernt mit Konflikten umzugehen und gemeinsam als Team Lösungen zu finden und Kompromisse einzugehen. Denn mit 8 Leuten unter einem Dach zu leben ist kein Zuckerschlecken (um bei den Zuckerbäckern zu bleiben).

Ganz wichtig ist natürlich zu erwähnen was man für tolle Menschen kennengelernt hat. Denn trotz der Reibereien habe ich 10 tolle Menschen kennengelernt, die jeder für sich besonders sind und die mich als Person geprägt haben.

Also mein Tipp an alle: Macht einfach! Wenn ihr eine Idee im Kopf habt – macht sie! Nur wer seine Komfortzone verlässt kann wachsen.

Wer immer tut was er schon kann, bleibt immer das was er schon ist.

Henry Ford

Jelmezart

Mein 4 wöchiges Praktikum bei Jelmezart in Szolnok ist nun vorbei. Und jetzt habe ich ein wenig mehr Zeit auch etwas über meine Berufserfahrung zu erzählen.

Jelmezart hat einen Verkaufsraum an der Straße. Neben dem Geschäft geht man durch ein großes Tor geht und kommt in einen Hinterhof. Von dort aus kann man in 3 verschiedene Gebäude gehen. Dort befindet sich die Herrenschneiderei, die Damenschneiderei und das Bürogebäude.

Innenhof

Mein Arbeitsplatz bestand aus einer Industrienähmaschine, welche in einem Tisch gesetzt ist. Das heißt, andere Näharbeiten mussten auch in diesem Bereich erarbeitet werden.

Mein Arbeitsplatz

Wie schon in meinem ersten Bericht erwähnt, wurde ich direkt mit in die Arbeit integriert. Das heißt Kostüme für die Theaterhäuser zur Anprobe vorbereiten. Nach dem Mitarbeiter die Anprobe vor Ort durchgeführt hatten, hieß es die Kostüme in Szolnok abzuändern und für die zweite Anprobe anzufertigen.

Plissee Kleid für die erste Anprobe angefertigt

Ich habe in den 4 Wochen sehr viel gelernt. Nicht nur im Handwerk, sondern auch darüber hinaus. Ich durfte, dass erste Mal Plissee verarbeiten und habe die klassische Theaterverarbeitung besser kennen gelernt.

Zudem habe ich auch gelernt, dass es nicht wichtig ist dieselbe Sprache zu sprechen. Verständigen kann man sich immer. Ich hatte eine super Zeit und wurde sehr herzlich aufgenommen und auch am Ende verabschiedet.

Ob es die Erfahrung wert war und ob ich es wieder machen würde? Definitiv!

Budapest

Während meinen 4 Wochen in Szolnok hatte ich jedes Wochenende die Chance mit der Bahn nach Budapest zu fahren. Apropos Bahn: das Bahnticket hier ist wesentlich günstiger als in Deutschland. Für eine Bahnstrecke von 100km bezahle ich hier ca. 2000Forint (Forint-Währung). 2000Forint sind umgerechnet 6€.

Budapest hat seinen ganz eigenen Charme.

Budapest Parlament von der Buda Seite bei Nacht

Neben den typischen Sightseeing Teil habe ich Budapest auch einfach mal genossen. Zum Beispiel war ich in der Gallert Therme. Die Therme befindet sich in Gellert Hotel. Auch dieses Gebäude hat eine wunderschöne Architektur mit sehr schönen Glaskuppeln und Statuen.

Selbst nach 3 Wochenenden jeweils in Budapest habe ich noch immer nicht alles sehen können. Es ist eine wunderschöne Stadt, die sich für einen Besuch echt lohnt!

Warum ausgerechnet Ungarn?

Diese Frage wurde mir jetzt schon so oft gestellt. Jedoch kann ich dies gar nicht so erklären. Ich habe eher nach einem neuen Reiseziel geschaut. Natürlich mit dem Hintergedanken an einem Theater/Oper in Fachrichtung Tanztheater/Ballettkostüme zu arbeiten. Da viel mir auf anhieb Ungarn/Tschechien ein. Und nach Budapest wollte ich schon immer mal.

Nach vielen erfolglosen Bewerbungen (auch in Irland/Schweden etc.) habe ich dann kurzfristig über eine Agentur meinen jetzigen Praktikumsplatz gefunden. Zwar bin ich nicht wie erhofft an einem Theater/Oper. Jedoch hat sich das Schicksal gefügt. Der Vermittler in Budapest hat innerhalb von kürzester Zeit Jelmezart in Szolnok gefunden.

Jelmezart wurde 1995 in Szolnok gegründet. Es ist eine international anerkannte Kostümschneiderei, die auch Kostüm Accessoires, Lebensechte Puppen, Alltagskleidung und auch Hochzeitskleidung herstellen.

Nun hieß es alles in 4 Wochen organisieren, planen und buchen.

Die Anreise war sehr ereignisreich. Nachdem ich in Budapest gelandet bin hieß es mit dem Bus zum Westbahnhof Nyugati zu fahren und von dort aus weiter nach Szolnok. Der Fahrkartenkauf am Nyugati Bahnhof stellte sich als schwierig heraus, da am Fahrkartenschalter niemand deutsch oder englisch konnte. Nach einiger Zeit fand ich dann heraus, dass es anscheinend auch Automaten gibt.

Nachdem ich endlich die Fahrkarte hatte hieß es auf der Anzeigetafel ausschauzuhalten. Da die Züge kein festen Abfahrgleis haben.

In Szolnok angekommen ging es mit den öffentlichen Busverkehr weiter zu meiner Unterkunft. Die Busse sind sehr gewöhnungsbedüftig. Alles klappert und hält irgendwie zusammen. Und dass die Abgase auch im Bus zu riechen sind stört so gar niemand.

In der Unterkunft angekommen, wurde ich sehr nett von der Vermieterin und ihrer Mutter empfangen. Es stellt sich heraus, dass sie öfters Austauschstunden hosten. Und ich Frühstück und Mittagessen mit in meiner Unterkunft habe.

Am Sonntag habe ich dann auf eigener Faust Szolnok erkundet. Hier gibt es sehr viele alt Gebäude und sehr viele deutsche/britische Shops/Supermärkte. Außerdem ist mir schon bei der Ankunft in Budapest aufgefallen, dass Ungarn für alles Statuen/Denkmäler hat. Auch hier in Szolnok.

Montag Morgen war mein erster Arbeitstag. Ich wurde super herzlich von der Chefin empfangen. Weil Sie kaum englisch oder deutsch spricht hat sie einer ihrer Dolmetscher mit in das Gespräch einbezogen. Nachdem ich von der Dolmetscherin herumgeführt wurde, wurde ich direkt von einer der 5 Gewandmeister mit in die Arbeit eingespannt. Beidseitig verständigen wir uns mit Händen und Füßen. Obwohl wir nicht die selbe Sprache sprechen, verstehen tut man sich doch irgend wie.