Freizeit auf Malta

Die Freizeit auf Malta ist goldenwert. Leider bin ich nach der Arbeit vom vielen Sitzen am PC, der Hitze und den langen Arbeitswegen oft sehr müde. Am Wochenende ist man aber frei und kann zwei Tage komplett durchplanen. Es gibt so viel Angebot und so viele Möglichkeiten etwas zu unternehmen, sodass es schwer fällt, sich zu entscheiden.

Man kann in der Altstadt spazieren gehen und maltesische Gerichte kosten. Am Strand kann man sich sonnen; im Meer schwimmen oder tauchen; mit einem Boot kann man zu den Nachbarinseln Comino oder Gozo fahren. 

Von hier aus kann man Comino und Gozo sehen.

In der Sommersaison trifft man hier ständig Touristen, doch es ist nicht lästig. Es gibt überall kleine und große Strände aus Stein oder Kies, sodass man immer ein mehr oder weniger ruhiges Plätzchen finden kann. Das Wasser ist in der Umgebung unglaublich klar und angehnem ruhig. Aber auch sehr warm, sogar in der Nacht. 

Ein Strand in Sliema.

Am ersten Sonntag wurde ich von meinem Betrieb zu einer Fahrt nach Comino eingeladen, um Blue Lagoon zu sehen. Es war eine inoffizielle Reise von einigen Mitarbeitern und deren Freunden oder Familienmitgliedern. Dadurch konnte man sich noch besser kennenlernen, was sich positiv auf den Arbeitsalltag ausgewirkt hat. Ich durfte meine Mitbewohner aus meiner WG auch einladen. Wir hatten alle zusammen ein Boot gemietet und konnten frei entscheiden wohin wir fahren und für wie lange. Im Sommer ist es sonntags wegen der Massen an Touristen oder Einheimischen, die sonntags frei haben, etwas problematisch mit öffentlichen Booten hin und her zu fahren, da sie ziemlich voll sind und nur nach bestimmten Zeiten fahren. 

Blue Lagoon war logischerweise sehr gut besucht und etwas unruhig. Mit unserem Boot waren wir etwas weiter um die Küste gefahren und hatten ebenso wunderschöne Ecken gefunden, wo wir stehen blieben, um im Meer zu schwimmen. Dort zu schwimmen war ein unvergessliches Erlebnis. 

Im Sommer gibt es fast jeden Tag irgendein Fest oder eine Feier, wie auch Partys oder Festivals für jüngere Generationen. Man feiert hier im Sommer sehr viel, sodass Malta auch als Partyinsel bezeichnet wird. Es gibt hier Pacevilla, eine sehr bekannte Straße auf Malta, mit ganz vielen Clubs und Bars. Hier gehen viele Studenten und Touristen abends aus. Wenn man aber mehr unter Einheimischen sein oder allgemein bessere Veranstaltungen besuchen möchte, sollte man online nach Partys in kleinen Nebenorten suchen. Da muss man zwar Eintritt bezahlen, aber es lohnt sich garantiert. Überraschenderweise sind bei solchen Veranstaltungen viele gute DJs dabei, die auch oft von außerhalb kommen und unter bestimmten Menschen bekannt sind. 

Auch gibt es kulturelle Veranstaltungen, wie auch Konzerte. Am zweiten Wochenende besuchte ich ein Weinfest in Valletta, das in einem großen Garten oben auf der Mauer stattgefunden hat. Von hier aus konnte man die ganze Stadt bei Nachtlicht bewundern. Farbige Beleuchtung, Live Musik und Feuewerke. Maltesen haben einen tollen Geschmack und sind wahre Genießer. 

Wenn man in der Nacht keinen Bus mehr bekommt, hat man zwei Alternativen: Entweder findet man in der Nähe einen Mietwagen „GOTO“, den man durch eine App mieten und gleich fahren kann. Dies kostet ein paar Cent pro Minute. Oder man fährt mit dem Taxi, was auch hier nicht teuer ist, wenn man es in der Gruppe aufteilt. 

Zur Zeit meines Aufenthaltes, fand ein MTV Festival statt, das ich spontan besuchen durfte. Viele bekannte Künstler sind aufgetreten, deren Lieder auch im deutschen Radio die Hits sind. Der Sound war unglaublich. Man spürte die Vibration sogar auf den Nebenstraßen und unter den Füßen. Zum Glück ist niemand taub geworden. Alles war selbstverständlich mit Feuewerk, Konfetti, Rauch und Feuer begleitet. Auch ein sehr unvergessliches Erlebnis.

Am Tag meiner Abreise sollen Künstler vom Tomorrowland Festival auftreten. Im August gibt es auch ein Techno-Festival. Und was ich noch nicht erwähnt habe: Partyboote und Partybusse gibt es hier auch. Alles kostet sein Geld.

Das Eis auf Malta kostet überall anders, wie andere Lebensmittelprodukte auch. Das Wasser auf Malta sollte man nicht aus dem Wasserhahn trinken. Manche Menschen sind hier sogar so fürsorglich, sodass sie das Wasser aus den Flaschen vor dem Trinken kochen.

Wer sich hier auf Malta vegetarisch oder vegan ernähren will, muss überall die Augen auf haben. Leider gibt es hier nicht viele Möglichkeiten, etwas ohne Fleisch oder Fisch oder gar ohne Käse zu essen. Man kann damit aber trotzdem noch gut leben. Zur Arbeit nehme ich mein eigenes belegtes Brot mit und koche abends zuhause. So komme ich gut klar.

Gerne beantworte ich Eure Fragen unter Kommentaren.

Schöne Grüße aus Malta! 🙂

Anastasiya B.

Das Praktikum auf Malta

Die Tage auf Malta verfliegen tatsächlich sehr schnell! Und das Wetter im Juli ist jeden Tag stabil. Heiß und sonnig. Selbst am Abend ist es sehr warm, manchmal kommt etwas Wind, aber das ist sehr angenehm.

Ich bin sehr spät am Sonntag angekommen und bekam den ersten unvergesslichen Eindruck von Malta. Die Straßen in den Städten und Dörfern waren mit Lichtern und Dekors geschmückt. Außerdem knallten überall die Feuerwerke. Das alles ist ein ganz normaler Alltag für Maltesern im Sommer.

Bis jetzt war ich noch nie auf Malta und entdeckte nun für mich eine neue Welt. Die Menschen hier sind ziemlich freundlich und nett. Religiosität spielt in ihrem Leben eine große Rolle und das merkt man überall, wo man ist. Die Straßen und Häuser sind mit Fresken oder christlichen Figuren von Jesus oder der heiligen Maria bestückt. Und außerdem gibt es auf Malta mehr als 350 Kirchen, obwohl die Insel sehr klein ist.

Der Verkehr in Malta ist je nach Tageszeit problematisch. Busse sind meist unpünktlich. Es gibt zum Glück eine App, wo man nachschauen kann, ob ein Bus kommt. Empfehlenswert ist es, sich vor dem Praktikum eine Monatsfahrkarte zu besorgen. Der Aufwand lohnt sich garantiert. Andernfalls muss man jede Woche eine 7-Tage Fahrkarte holen, die jeweils 21 Euro kostet. Man kann mit den Bussen ziemlich jeden Teil der Insel erreichen.

Mein Praktikum mache ich bei einem Fotograf, der sich mit seiner Frau (auch Fotografin) selbständig gemacht hat. Sie haben ein 3,5 stockiges Bürogebäude, in dem zwei Studios, eine Druckerei und mehrere Büroräume sind. Hier sind bis zu 20 Leute beschäftigt. Das Telefon klingt permanent.

In der erste Woche habe ich meinem Chef Paul geholfen, christliche Gemälde in verschiedenen Kirchen abzufotografieren. Wir haben riesige Stative aufgebaut, Lampen und andere Geräte installiert. Es war sehr interessant, denn auf diese Weise habe ich noch nie gearbeitet. Wir sind zu vielen Orten gefahren. Dadurch habe ich schon in den ersten Tagen einiges gesehen und entdeckt.

Auch ein Hochzeitsshooting auf einem Schloss war sehr inspirierend. Neue Umgebung und exotische Architektur lassen die Kreativität blühen.

Paul ist ein sehr netter Chef. Er hat mir viel über die Insel, seine Arbeit und sein Leben erzählt. In diesem Familienunternehmen fühlt man sich als Fremde ziemlich wohl und vertraut. Schon in der ersten Woche durfte ich alleine mit einer teuren Kamera nach Valletta fahren und zwei Aufträge selbständig erledigen. Sie haben mir vollstes Vertrauen entgegen gebracht, was mich sehr beeindruckt hat. Weitere Aufträge waren zum Beispiel das Fotografieren eines Kleides in einem Brautkleider-Salon sowie das Fotografieren einer britischen Telefonbox in Vallette für Fensterglasplakate.

Die Tage danach waren jedoch nicht so spannend, da ich alle diese Bilder nun am Pc mit verschiedenen Programmen bearbeiten sollte. Viele Stunden am Computer verursachen Müdigkeit. Ich durfte aber immer kurze Pausen machen, in denen ich meist auf das Dach ging, um kurz in die Ferne zu schauen. Die Arbeitsatmosphäre für mich als Praktikantin ist hier relativ entspannt, jedoch habe ich trotzdem einige Verantwortung für die Ergebnisse, die ich leiste. Ab und zu kontrolliert Paul meine Bildbearbeitung und erzählt mir einiges über technische Sachen im Bereich der Fotografie, was ich teilweise in der Berufsschule oder im Betrieb auch schon gelernt hatte. Die Kommunikation zwischen uns ist auf englisch, was ein ganz anderes Gefühl der Professionalität verleiht.

Leider besuche ich keine Englischkurse während meines Praktikums und muss mein Englisch selbst durch reden, lesen und hören auffrischen. Tatsächlich ist es nicht so einfach wie man denkt. Zwar reden fast alle Maltesern auf englisch, doch kommunizieren tun sie untereinander auf maltesisch. Man fühlt sich dabei etwas ausgegrenzt, denn man kann auf der Arbeit nicht zu jedem Gespräch dazukommen und mitreden. Auch in der WG sind alle Mitbewohner Deutsche, die privat gerne auf deutsch reden. Deshalb versuche ich in meiner Freizeit neue Menschen kennen zu lernen, mit denen ich auf englisch plaudern kann.

Meine WG, namens Neils, besteht aus fünf Leuten. Vier Mädels und einem Jungen. Die Küche ist groß. Es gibt hier auch einen Backofen, eine Waschmaschine und ein Wohnzimmer mit WiFi. Meine Mitbewohner, Jonas und Hannah, sind etwas länger auf Malta und kennen einige Studenten und Schüler in der Umgebung. Sie haben mich in einigen Sachen was Einkaufen, Freizeit oder Nachtleben angeht informiert und mir gute Tipps gegeben. Sie haben mich anderen Studenten vorgestellt, damit ich mit denen etwas unternehmen kann. Alle Mitbewohner sind sehr nett und wir kommen miteinander sehr gut klar.

Es gibt verschiedene Studenten und Praktikanten auf Malta, die hier für etwas längere Zeit sind und zusammen oft unterschiedlichen Aktivitäten unternehmen.
Durch Hannah und Jonas durfte ich sie kennenlernen.

Einkaufen ist hier etwas kompliziert, da man nicht überall alles finden kann, außer man fährt zu LIDL, wo die Preise relativ günstig sind. Viele Produkte auf Malta sind teuerer als in Deutschland, da sie alle importiert werden. In einigen maltesischen Geschäften findet man keine Preisschilder und ist danach überrascht, was man für ein paar Brötchen und Milch bezahlen muss. Also: aufpassen.

Was man noch auf dem Weg nach Malta nicht vergessen sollte, ist, dass die Sonne hier sehr stark ist. Es gibt jede Menge Mücken am Abend/in der Nacht und die Steckdosen sind anders. Also: Sonnenmilch, Anti-Insekten Spray und Adapter für die Steckdosen nicht vergessen.

In meinem weiteren Beitrag werde ich etwas mehr über Freizeit, Kultur, Blue Lagoon und das Nachtleben auf Malta erzählen.

Ich hoffe es war sehr informativ und hilft einigen weiter, sich auf Malta vorzubereiten.

Sonnige Grüße,

Anastasiya 🙂 

Ein letztes Mal…

Die letzte Woche verging wie im Flug. Neben der Arbeit war das Highlight der Woche ein Ausflug zur Blauen Lagune. Dort verbrachten wir den letzten Nachmittag zusammen und genossen das gute Wetter.

Die Blaue Lagune

Ostermontag ist, anders als in Deutschland, kein gesetzlicher Feiertag auf Malta. Aus diesem Grund gingen wir ganz normal zur Arbeit. Als kleines Ostergeschenk bekam Lara von ihren Kollegen ein maltesisches Gebäck, welches hier über Ostern oft gegessen wird.

Die Malteser veranstalten über Ostern viele Umzüge mit Musik und aufwendig geschmückten Festwagen. Durch einige Lautsprecher in der Stadt bemerkten wir, dass auch in unserer Straße ein solcher Umzug stattfand. Auch an unseren Arbeitsstellen wurden kleine Kreuze aufgestellt und Kerzen angezündet.

Ein Umzug in Rabat

An unserem letzten Arbeitstag wurden wir freundlich von unseren Kollegen verabschiedet und ich erhielt ein kleines Präsent von meiner Behörde.

Am Samstag wurden wir gegen 13:30 Uhr abgeholt und zum Flughafen gebracht. Mit ein wenig Verspätung von 45 Minuten sind wir Samstagabend gut in Frankfurt gelandet.

Wir können noch nicht realisieren, dass wir vier Wochen hier auf Malta verbracht haben. Die Zeit verging schnell. Wir blicken auf eine spannende und erlebnisreiche Zeit mit neuer Arbeitserfahrung sowie neuen Freundschaften zurück.

Schlussendlich können wir ein Auslandspraktikum nur weiterempfehlen, da man neue Kulturen und Arbeitsweisen kennenlernt, mit der englischen Sprache vertrauter wird und schöne Erfahrungen sammelt.

Liebe Grüße,

Lara und Laura 🙂

Eine erlebnisreiche Woche

Bongu aus Malta!

Wir nähern uns leider mit großen Schritten dem Ende unseres Auslandspraktikums hier auf Malta.
In der letzten Woche haben wir einiges unternommen. Wir haben viele Städte besichtigt und die maltesische Kultur kennengelernt.
Da die Malteser sehr religiös sind, konnten wir über die Feiertage viele Straßendekorationen und kirchliche Umzüge beobachten.

Zum Einen besichtigten wir Sliema, einen beliebten Touristenort auf Malta.
Außerdem machten wir einen Ausflug zu den Dingli Klippen, wo uns eine spektakuläre Aussicht auf das Meer sowie auf die kleine unbewohnte Insel Filfla erwartete. Dort genossen wir dann auch den Sonnenuntergang.

Ausblick von den Dingli Klippen

Am Wochenende machten wir einen Tagesausflug zur Blauen Grotte. Dort angekommen mussten wir leider erfahren, dass durch den starken Wellengang kein Boot zur Blauen Grotte fahren konnte. Aus diesem Grund schauten wir diese nur von oben an und beendeten den Tag mit einem gemeinsamen Essen in Valletta.

Nahe der Blauen Grotte

Des Weiteren besichtigten wir Mdina, einen der vielen Drehorte der Serie „Game of Thrones“, sowie ein kleines Fischerdorf in Marsaxlokk.

Der Eingang zu der Stadt Mdina
Das „Fischerdorf“

Obwohl das Wetter nicht immer mitspielte, war es alles in allem eine ereignisreiche Woche mit vielen neuen Eindrücken!

Schöne Ostergrüße und bis bald,

Lara und Laura 🙂


2 Wochen sind verflogen

Hallo aus Malta,

die ersten beiden aufregenden Wochen sind rum. Mit der Zeit haben wir uns an das WG- und Arbeitsleben hier gewöhnt und kommen mit den rasanten Busfahrten zurecht. In unseren Behörden sind alle freundlich und es ist mittlerweile ein gewisser Alltag eingekehrt. An meinem ersten Arbeitstag wurde ein neuer Präsident von Malta gewählt, weshalb viele Straßen gesperrt waren und die Bewohner diesen auf den Straßen feierten.

Ein Park neben dem Gericht, wo ich arbeite

Meine Aufgabe besteht darin, die Bußgeldbescheide darauf zu kontrollieren, ob die Falschparker ihre Bußgelder bezahlt haben. Laura bearbeitet auch Bußgeldbescheide, die sowohl Straßenverkehr wie auch Fehlverhalten im öffentlichen Leben betreffen.

An unserem ersten Wochenende machten wir zusammen einen Tagesausflug nach Gozo, einer Nachbarinsel von Malta. Mit einer Fähre wurden wir zur Insel gebracht und legten dort an dem einzigen Hafen von Gozo an. Wie auf Kommando verzogen sich die Wolken und wir hatten für den restlichen Tag strahlenden Sonnenschein bei angenehmen 19 Grad. Wir besichtigten einige Sehenswürdigkeiten wie die zwei Tempel und das nicht mehr vorhandene „Azure Window“, welches letztes Jahr leider bei einem Sturm zerstört wurde. Im Anschluss fuhren wir mit einem kleinen Boot raus, wo uns eine blaue Grotte gezeigt wurde.

Hafen von Gozo
Auf dem Weg in die Grotte

Am Sonntag bekamen wir einen neuen Mitbewohner in die WG und zeigten diesem die Hauptstadt.

Die zweite Arbeitswoche ging schnell um. An diesem Wochenende blickten wir von einer Aussichtsplattform auf die „3 cities“ von Malta, welche wir im Anschluss besichtigten und uns den Hafen anschauten.

Hier sieht man zwei von den „3 cities“
Hafen von Vittoriosa

Für die weiteren zwei Wochen haben wir noch einige Aktivitäten geplant und sind gespannt, was noch auf uns zukommt!

Schöne Grüße,

Laura und Lara 😊

Von der Ankunft bis zum 1. Arbeitstag auf Malta

Guten Abend aus Malta!

Laura und ich sind Sonntag nach einem zweistündigen Flug spät abends auf Malta angekommen und wurden von George, unserem Ansprechpartner hier, und einer Mitarbeiterin abgeholt. In der WG angekommen, teilte uns George mit, dass am Mittwoch unser erster Arbeitstag sein wird und wir noch vier weitere Mitbewohner haben, welche wir durch die späte Ankunft erst am Montag kennenlernen konnten. Unser Apartment hat einen großen Küchen- und Wohnzimmerbereich, zwei Bäder, vier Schlafzimmer und zwei Balkone.

Unsere Küche
Unser Wohnbereich
Unser Schlafzimmer
Unser Ausblick vom Balkon

Am Montag erkundeten wir Santa Venera, unseren Wohnort, um uns in diesem besser zurecht zu finden.

Am Dienstag machten wir mit der kompletten WG einen Ausflug nach Valletta, der Hauptstadt von Malta und erlebten diese schon zu später Stunde.

Am Mittwoch wurden Laura und ich um 8:00 Uhr vor unserem Appartement von George abgeholt. Dieser begleitete uns auf unserer Busfahrt und erklärte uns, wo wir umsteigen müssen und welche Busse wir nehmen können.

Die Behörde, in der wir für vier Wochen arbeiten werden, nennt sich L.E.S.A. (Local Enforcement System Agency) und befindet sich in Fgura. Dort angekommen, wurden wir den Mitarbeitern vorgestellt und mussten dann leider erfahren, dass wir, anders als geplant, unterschiedliche Arbeitsstellen in verschiedenen Orten haben werden. Aufgrund dessen durften wir den ersten Tag zur Eingewöhnung zusammen verbringen und ab Donnerstag war mein neuer Arbeitsplatz in einem Gericht in Zejtun, welches sich „Tribunal Xlokk“ nennt.

Schöne Grüße aus Malta wünschen Laura und Lara 🙂

Augenopikerin- Arbeiten im Ausland

Kann ich mich verständigen? Was werde ich an der Arbeit machen? Wie sind meine Arbeitskollegen? Mit wem wohne ich im Apartment zusammen? Sind es Deutsche oder Franzosen, Engländer oder Italiener? Finde ich jemanden mit denen ich mich vertrage?
All diese Fragen habe ich mir gestellt als es hieß, dass ich für 4 Wochen nach Malta fahre.
Als ich gehört habe, dass ich ein Praktikum im Ausland absolvieren kann, war ich sehr begeistert und wollte es unbedingt machen. Sofort begann ich alles zu organisieren. Doch bis kurz vor der Abreise wurde mir erst klar, dass ich jetzt wirklich nach Malta fahren werde. Meine Nervosität wurde immer größer.

Doch wie es immer so ist macht man sich am Anfang immer mehr Gedanken als es am Ende Nötig gewesen wäre.

Am 29.09 2018 ging es für mich los. Mein Flieger ging um 20.20 Uhr von Frankfurt am Main und mein Flieger landete um 23.30 Uhr. Ich wurde am Flughafen von George abgeholt und er zeigte mir das Apartment.Ich stellte fest, dass ich mehr verstand als ich mir zu getraut habe. Er erzählte mir, dass ich mit 2 anderen deutschen zusammen wohnen werde, die ebenfalls aus Kassel kommen. In dem Moment fiel mir der zweite Stein vom Herzen. Als ich am Apartment ankam, war schon alles dunkel. Netterweise war einer von den beiden wach geblieben um mich zu begrüßen und zeigte mir wie ich mich hier zurecht finde. Am Sonntag lernte ich meine andere Mitbewohnerin kennen und wir verstanden uns von Anhieb sehr gut. Es dauerte nicht lange bis unsere WG zu wachs bekam. Um 14 Uhr reisten 2 weiter Jungs an. Die beiden wohnen in der Nähe von Berlin. Wir sind dann zusammen zum Strand in Gazia  gegangen um uns abzukühlen und die die beiden die vor uns an gereist waren zeigten uns ein wenig die Umgebung.

Meine erste Arbeitswoche

Am Montag fing mein erster Arbeitstag an. Ich traf mich um 9.40Uhr mit George an der Bushaltestelle und er zeigte mir meine Arbeitsstelle und wie ich es mit dem Bus erreichen kann. Meine Arbeitsstelle ist in Slima beim Augenoptiker „K Optiks“.
Ich lernte meinen Chef Kevin kennen und meine Anderen Arbeitskollegen. Kevin zeigte mir die Werkstatt wo ich die meiste Zeit arbeite. Meine Arbeitszeiten sind von 9.00 Uhr bis 13.00Uhr und von 16.00 Uhr bis 19.00Uhr. In der erste Woche hab ich mich an die Praktikantin aus Italien gehalten, die Alessia. Sie zeigte mir schon am ersten Tag wie ich den Schleifautomaten bediene und wie man die Gläser in die Fassung einsetzt. Ich versuchte alles wie ein Schwamm auf zu saugen  und alles genau so umsetzten. Von dieser Arbeit kann ich viel profitieren, da ich dies für meine Abschlussprüfung brauche, aber in Deutschland keine große Möglichkeit habe dies mit einer Routine zu erlernen. Gleich am ersten Tag sind mir ein paar Unterschiede zwischen Malta und Deutschland aufgefallen. In Malta färben sie die Sonnenbrillengläser selber und die Gräte wie zum Beispiel das Lötgerät oder die Ventilette sieht anders aus als ich es kenne. Im Gegensatz zu Deutschland dürfen die Augenoptiker in Mata kein Sehtest durchführen, aus diesem Grund kommt jeden Dienstag und Freitag der Doktor vorbei.
Um mich einschätzen zu können gab mir Kevin in den ersten Tagen paar Aufgaben. Ich sollte Sonnengläser von einem Sonnenclip in eine Sonnenbrille ein feilen. Ich sollte auch eine Brille ausrichten ,die er verbogen hat ,so konnte ich auch gleich gute Tipps und Tricks erlernen die mir in der Zukunft weiter helfen werden.

Erstes Wochenende

Am Freitagabend waren wir alle zusammen in der Disco und haben das Nacht Leben von Malta genossen. Das schöne ist das auf Malta 90% der Eintritte in den Discotheken  umsonst ist.
Am Samstag sind wir nach Valetta gefahren und haben dort den ganzen Nachmittag verbracht. Als wir ankamen haben wir erstmal die Schönheit dieser Stadt genossen. Die weißen Häuser und kleinen Gassen waren Atemberauben schön. Nachdem wir uns eine Weile orientiert haben, haben wir den Lower Barraka Garden aufgesucht. Da gab es einen kleinen Markt. Man konnte Honig, Süßigkeiten, Schmuck, Selbstgewebte Teppiche kaufen. Doch was mich am meisten Beeindruckt hat war der Ausblick direkt auf dem Meer. Leider mussten wir später feststellen das alle anderen Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel die National Bibliothek oder Saint John´s Co- Chathedral geschlossen hatten.
Durch Zufall bekamen wir mit, dass in Valetta abends ein Fest stattfinden soll. „ Notte Bianca“. Den ganzen Abend bis spät in die Nacht gab es Open Air Konzerte jeglicher verschiede Musikrichtung und alle Museum und Sehenswürdigkeiten öffneten ihre Türen. So konnten wir die Stadt in Aktion kennen lernen.

Am Sonntag blieb keine Zeit zum Ausruhen. Gleich am Morgen zogen wir los und fuhren in die ehemalige Hauptstadt Mdina die auch „Stadt der Stille“ genannt wird. Mdina ist eine kleine Mittelalterliche Stadt wo kein Autoverkehr stattfindet. Der Ausblick ist herrlich.

Nach dem Ausflug nach Mdina sind wir nach Valetta gefahren und haben dort den Botanik Garden berichtet. Danach sind wir nach Hause gefahren und anschließend nach Slima zu Strand gefahren. Da wir wussten, dass wir eine neue Mitbewohnerin bekommen, waren wir gespannt wie sie so sein wird. Nach dem wir ein wenig gequatscht haben und den Ausblick auf das Meer genossen haben, haben wir zusammen das Wochenende mit einen schönen Essen ausgingen lassen.

 

 

Erzähl doch mal…

Schon während meines Austauschjahres habe ich mir schwer getan eine Antwort zu finden, wenn jemand einfach nur „Erzähl doch mal“ zu mir sagte. Eigentlich wünsche ich mir, dass mich jemand mit Fragen bombardiert und ich genau weiß wovon ich doch mal erzählen soll. Das macht es für mich leichter: Ich weiß wo ich anfangen und wo ich aufhören muss.

Neulich habe ich nach über einem Jahr einen Freund wiedergetroffen. Er hatte wie immer wenig Zeit, weil er direkt weiter zum nächsten Job musste. Es blieb wenig Zeit zum Erzählen und zum Reden. Deswegen hatte ich beschlossen mir Zeit zu nehmen und ihm einen ordentlichen Brief zu schreiben und von einigem zu berichten. Und zwar nicht von den Dingen, die ich in meinem letzten Eintrag angesprochen habe, sondern von schönen Erlebnissen, wie meine Reisen nach San Francisco und nach Georgia.

Es ist mir wichtig, dass ich nach dem letzten Eintrag auch so etwas hier veröffentliche, weil mein Jahr in den USA auch viele gute Seiten hatte.

Ich habe in einem langen Brief einen Reisebericht an einen guten Freund geschrieben und darf mit seiner Zustimmung Auszüge daraus veröffentlichen:

„[…] Ich finde es bemerkenswert, dass du zwei Wochen Urlaub in NYC gemacht hast. Als ich dort letztes Jahr gelandet bin, fand ich es ehrlich gesagt ziemlich schrecklich dort. Mir war alles zu gerade. Die Straßen laufen ja schnurgerade, im rechten Winkel zu einander in alle Richtungen. Schaut man hoch geht es dort genauso gerade weiter. Und alles ist so grau. Ich war letztes Jahr zuerst mit ein paar Leuten aus meinem Programm unterwegs, die allerdings ihre Bucketlist am Start hatten, die es galt in vierundzwanzig Stunden abzuarbeiten. Ich war ziemlich froh, als ich in der Grand Central Station verloren ging. Das war für mich der beste Tag in dieser Stadt. Ich bin dann etwa dreißig Blocks bis zum Central Park gelaufen und habe einfach die Sonne genossen und ein Buch gelesen. Ich war tierisch froh, als es endlich von NYC weiter nach Minnesota ging, wo ich das letzte Jahr gelebt habe.

Trotzdem war ich dieses Jahr im Juli noch einmal in New York. Alle Teilnehmer haben sich dort getroffen und sind dann zusammen ausgereist. Ich habe mich schon ein paar Tage vor der gemeinsamen Rückreise dort mit einer Freundin getroffen. Wir haben uns ein Airbnb in Brooklyn gemietet, Wein getrunken und viel gute Musik gehört (hauptsächlich modern Country, was ich wirklich gerne höre, seitdem ich in den USA war). Nach einem Jahr in den USA, in dem ich mich daran gewöhnt habe, dass amerikanische Städte einfach quadratisch-praktisch-gut aufgebaut sind, kam ich auch in NYC zurecht. Es waren wirklich gute letzte Tage.

Der Strand in Destin, Florida liegt am Golf von Mexiko

Wenn du nochmal zum Urlaub machen in eine amerikanische Großstadt fliegen willst kann ich dir nur San Francisco, Washington D.C., Atlanta und (wenn es etwas kleiner sein darf) Madison in Wisconsin empfehlen. Alles Städte, in denen ich wirklich gerne war, vielleicht weil sie mir offener und europäischer vorkamen als Minnesota.

In San Francisco war ich vor knapp einem Jahr. Kurz nach meinem Geburtstag habe ich dort eine Bekannte besucht, die vor vielen Jahren in Göttingen studiert hat. Es war ein perfekter Trip. Ich habe jeden Morgen mit Blick auf Palmen und den Pazifik gefrühstückt und dann die Stadt mit jemandem erkundet, der seit einigen Jahren dort lebt. Das ist eigentlich das Beste, was einem passieren kann. Auf diese Art lernt man eine Stadt so viel besser und gar nicht nur touristisch kennen. Sie hatte den perfekten Mix aus ihren Lieblingsplätzen und Sehenswürdigkeiten gefunden und mich dann auch noch in die Oper eingeladen. „La Traviata“ kannte ich zwar schon, aber ich habe noch nie eine so schöne Inszenierung gesehen. Der gesamte Chor stand in historischen Kostümen auf der Bühne. Die San Francisco Opera hatte eine perfekte Welt des späten 19. Jahrhunderts auf die Bühne gebracht. Und obwohl diese Oper wirklich schon lange in dieser Fassung auf der Bühne steht hat man davon nichts gemerkt. Mir kam es vor als wäre es die Premiere und die Motivation noch sehr hoch!

San Francisco ist eine wunderschöne Stadt mit einer unfassbaren Vielfalt! Das habe ich in Minnesota das Jahr über vermisst. Minnesota ist ein sehr weißer, republikanisch geprägter Staat. Man sieht selten Afroamerikaner, Inder, Pakistani oder Mexikaner. Ich bin wirklich froh, dass ich am Anfang bei Events internationale Freunde gefunden habe. Ich hing am liebsten mit den pakistanischen Zwillingen ab, die ein wirklich leckeres Curry kochen und nebenbei eine angenehme Weltanschauung vertreten.

Im Museum über Martin Luther King jr. und das Civil Rights Movement

Als ich meine Schwester besucht habe, die jetzt in Kennesaw (Georgia) studiert, musste ich mich wirklich wieder daran gewöhnen andere Hautfarben zu sehen. Es ist verrückt, wie schnell man sich an ein bestimmtes Stadtbild gewöhnt. Zusammen mit meinen Schwestern habe ich einen kleinen, kurzen Roadtrip von Georgia durch Alabama nach Florida gemacht. Das war das Osterwochenende in diesem Jahr. Ich war so froh endlich wieder in einer Gegend zu sein in der es wärmer als 0°C war, in der kein Schnee lag und wo es grünes Gras gab.

Du musst wissen, dass ich den ersten Schnee letztes Jahr im Oktober hatte. Ab da an wurde es kontinuierlich kälter und ab November hatten wir permanent etwa dreißig Zentimeter Schnee. Neujahr habe ich gemeinsam mit meiner Schwester am zugefrorenen Gull Lake bei minus fünfunddreißig Grad verbracht. Ich glaube kälter wurde es nicht mehr. Der Schnee blieb bis Mitte April liegen und der Mississippi, der durch St. Cloud fließt, blieb bis dahin auch zugefroren. Bevor ich zu meiner Schwester nach Georgia geflogen bin, dachte ich noch, dass der Winter bis zu meiner Rückkehr nach Minnesota endlich vorbei sein würde.

Tatsächlich fiel in St. Cloud an Ostern nochmal Schnee (ca. 30cm) während ich im Golf von Mexiko stand und mir die Haut verbrannte. Ich glaube ich, habe in meinem Leben noch nie einen Sonnenbrand so gefeiert, dabei konnte ich gar nicht mehr auf dem Rücken liegen.

Ich hätte nie gedacht, dass ich dieses Essen mal vermissen würde

Solltest du mal in die Südstaaten kommen, dann fahr nach Fort Walton Beach, da kann man noch ein bisschen was über die Geschichte des Ortes herausfinden, was wie ich finde, leider sehr selten in den USA ist, weil Geschichtliches wenig aufgearbeitet wird. Fahr nach Andalusia, Alabama. Dort kann man sich viele alte Mansions von Plantagenbesitzern anschauen, aber leider auch allgemein sehen, was die Folgen von Sklaverei und Unterdrückung sind. In Atlanta, Georgia, sollte man auf jeden Fall in das Museum über Martin Luther King jr. und das Civil Rights Movement gehen. Was mich dort allerdings schockiert hat, war die Feststellung, dass dort eigentlich nur schwarze Besucher waren. Ich habe im letzten Jahr festgestellt, dass so viele Amerikaner so wenig über ihr eigenes Land und deren Vergangenheit wissen. Das ging mir am Ende so tierisch auf den Keks. Trotz dieser schönen Erlebnisse, wie nach San Francisco zu reisen und in Madison in ein tolles Theaterstück zu gehen, ging es mir am Schluss so auf die Nerven, dass man mit zu vielen Menschen nicht über Politik sprechen kann. Keiner konnte mir erklären, was mit den Native Americans in Minnesota passiert ist. Sie wussten einfach nichts darüber. Und trotzdem sind sie so stolz darauf Amerikaner zu sein. Wie kann man stolz auf ein Land sein, von dem man so wenig weiß?

Irgendwann habe ich mir schwer getan diese Mentalität zu verstehen, dass ein Volk einerseits so ignorant gegenüber anderen und gegenüber seiner eigenen Geschichte sein kann und zur gleichen Zeit sich für die einzig wahre Nation hält, die Europa vor dem zweiten Weltkrieg gerettet hat und auch immer noch denkt, was sie in Afghanistan machen wäre ein Träumchen. Ich könnte jetzt immer so weiter machen, aber ich wollte eigentlich keinen zynischen Brief schreiben.

An der Quelle des Mississippi im Itasca State Park, der im Norden von Minnesota liegt

Ich hatte ein echt gutes Jahr und ich habe in einem wunderbaren Staat gelebt. Das haben mir die letzten drei Wochen vor der Ausreise gezeigt. Gemeinsam mit meinen Eltern war ich im Norden von Minnesota unterwegs.

Minnesota ist flächentechnisch größer als Deutschland, es leben dort aber nur so viele Menschen, wie in Berlin. Die größte Stadt zählt dreihunderttausend Einwohner, besteht eigentlich aus zwei Städten und wird als Großstadt bezeichnet. Mein Gastbruder war entsetzt, als ich ihm sagt, dass Mineapolis/St. Paul eigentlich nicht so groß ist und immer noch überschaubar.

Mit meinen Eltern bin ich von See zu See gefahren, bin viel geschwommen und habe mir in der Regel diese wunderbaren Sonnenuntergänge von einem Paddelboot aus angeschaut. Ich habe mir den Lake Superior angeschaut, der so endlos ist, dass man meint am Meer zu stehen. Tatsächlich schippern auch Ozeantanker über diesen See, weil er so groß ist. Dort oben kann man stundenlang schnurgerade Straßen entlang fahren ohne, dass ein Haus in Sicht ist und vielleicht kommt mal ein Auto an einem vorbei. Dort mit dem Auto liegen zu bleiben wünsche ich wirklich keinem. Man kann dort gut zum Urlauben hinfahren, wenn man einfach abschalten möchte. Es gibt in Minnesota tatsächlich nicht so viel zu tun. Die meisten pflegen folgende Hobbies: Angeln, Jagen, Quilten.

Und trotzdem gab es für mich nach dem Jahr nichts schöneres, als genau das meinen Eltern zu zeigen. Während super viele der andern Teilnehmer einen Roadtrip an der Westküste gemacht haben und zum Abschluss noch ein paar Tage nach Boston geflogen sind (alle Insta-Stories sahen gleich aus) habe ich mir viele verschiedene Seen angeschaut, einen Leuchtturm (Split Rock Lighthouse) besucht und die Quelle vom Mississippi-River gefunden. Der Fluss fließt übrigens einfach aus einem See raus und dann auch erstmal nach Norden. Ich habe eine Woche lang das Sprichwort „Life is better at a lake“ gelebt und sehr genossen (übrigens sehr empfehlenswert!).

Life IS better at a lake! Keine Diskussion…

Gemeinsam mit einer Freundin bin ich das Jahr über am liebsten an einen See oder Fluss gefahren und habe vor mich hin gestarrt. Das klingt vielleicht komisch, aber es war schön einfach nur zusammen dazusitzen, dem Wasser zuzuhören und die Ruhe zu genießen.

Ich könnte vermutlich noch seitenweise so weiterschreiben und von Washington D.C., meinen tollen Theaterkursen, die ich im vergangenen Semester belegt hatte und meinem geliebten Auto berichten. Aber dann höre ich gar nicht mehr auf und brauche noch ein paar mehr Seiten. […]“

Von San Francisco habe ich schon letzten Herbst in meinem blog berichtet und kurz nach meinem Zwischenseminar in Washington D.C. beschrieb ich wie schön es war im Capitol zu sein und mir die Stadt anzuschauen.

Es gibt noch viel mehr über das ich berichten könnte, zum Beispiel von dem Urlaub bei meiner Schwester in Georgia, wo von ihr schon Bilder gesehen habt, oder den letzten drei Wochen meines Aufenthalts, in denen ich mit meinen Eltern den Norden von Minnesota erkundet habe.

Jetzt bin ich in Paderborn angekommen, habe mich eingerichtet und freue mich auf das was jetzt kommt, deswegen habe ich diesen Eintrag zu meinem letzten gemacht und mich entschieden, wenn ich schreibe über die Dinge zu schreiben, die mich gerade beschäftigen.

Durch das PPP habe ich viel erlebt und ich freue mich sehr über viele Erinnerungen, die ich im letzten Jahr gesammelt habe und auf die ich stolz bin.

Bye Bye,

Eure Clara

Different Country, Different Me?

Ich bin immer gerne Zug gefahren. Ich weiß, dass Viele in Deutschland auf die deutsche Bahn schimpfen von wegen Pünktlichkeit. Ich mochte es schon immer, mich in den Zug an ein Fenster zu setzten und einfach die Landschaft zu genießen oder ein Buch zu lesen. In alten ICs werde ich immer ein wenig nostalgisch, schiebe ein Fenster runter und halte mein Gesicht in den Fahrtwind.

Das alles hatte ich ein Jahr lang nicht. Zum Reisen in den USA habe ich entweder mein Auto, oder den Flieger genommen, aber leider nie einen Zug. Das war etwas, was ich während meines Austauschjahres sehr vermisst habe.

Mit meinen Schhwestern in Fort Walton Beach, Florida

Ich habe lange nicht mehr berichtet, wie es mir ging und mittlerweile bin ich auch schon wieder seit knapp zwei Monaten zuhause in Deutschland. Es lag einerseits daran, dass es in den letzten vier Monaten nicht viel Neues gab und andererseits, weil meine Gedanken in diesen Monaten sehr durcheinander waren und ich dieses Chaos erst einmal beseitigen wollte.

Bis Anfang Mai war bei mir alles okay. Ich konnte gut damit umgehen, dass man in Minnesota Gewehre und Pistolen im Supermarkt direkt neben den Spielwaren finden kann. Ich konnte darüber schmunzeln, dass die Leute in meinem Umfeld sagten, dass Politik ein privates Thema ist (was ich persönlich ganz anders sehe) und deswegen nicht darüber sprechen wollen. Und ich konnte es aushalten, alles mit dem Auto zu machen und nicht Fahrrad zu fahren oder zu laufen.

Dann wurde mir plötzlich alles zu viel. Um genau zu sein, hatte ich schon im April einiges über. Nachdem ich meine Schwester über Ostern im Süden der USA besucht hatte, fiel es mir sehr schwer, wieder in das immer noch verschneite Minnesota zurück zu fliegen. Es störte mich, dass man sich nur beim Vornamen nennt, auch wenn man sich gerade erst kennen gelernt hatte. Diese dadurch entstandene Nähe erschien mir oberflächlich. Es nervte mich, dass Telefonate nur mit „Hello?“ beantwortet wurden und ich einfach nicht wusste, mit wem ich sprach, oder ob ich mich verwählt hatte.

Ich begann Dinge in Frage zu stellen und wollte wieder diskutieren, mich besonders über Politik mit den Amerikanern austauschen. Ich stieß dabei aber leider oft auf taube Ohren, weil die meisten die ich kennengelernt habe, Politik als etwas Privates ansehen, was man nicht einmal mit Freunden und Verwandten bespricht.

Nachdem ich im Mai dann den Film „X-Ray“ angeschaut hatte, der die Zeit einer jungen Soldatin in Guantanamo Bay beschreibt, fing ich an, Dokumentationen über Guantanamo Bay, die amerikanischen Waffengesetze und Donald Trump zu schauen. Doch anstatt, dass diese mir Klarheit verschafft hätten, verwirrten sie mich eigentlich noch mehr. Mir erschienen die USA plötzlich so unfrei, wobei es sich doch um das Land handelt, in das so viele gekommen sind, um endlich Freiheit zu erfahren. Ich hatte plötzlich den Eindruck, dass dieses Land mit seiner Mentalität, wie ich sie kennengelernt habe, sehr einschränkt und eben nicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist, in dem man „vom Tellerwäscher zum Multimillionär“ werden kann. Ganz im Gegenteil. Es klammert sich fest an seinen alten Vorstellungen von Freiheit.

Ich denke, das Bild zeigt am besten, wie sich viele Menschen Amerika vorstellen: Florida, sonnig warm und keine Sorgen, weil man ja frei ist

Ein junger Amerikaner hat mir mal versucht zu erklären, warum die Amerikaner sich so weigern, beziehungsweise schwer tun, die Waffengesetze zu verschärfen. Die Erklärung war mehr eine Geschichtsstunde zurück in die Zeit der Siedler, des Goldrausches und der Kämpfe gegen Indianer. Die Pistolen und Gewehre seien das einzige Symbol der Freiheit, das aus dieser Zeit übrig geblieben sei, und deswegen sei es sehr wichtig, das Recht eine Waffe zu besitzen zu erhalten.

Ich habe mich lange mit meiner Mutter über dieses Thema unterhalten und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass in den USA, oder wenigstens in der Umgebung, in der ich gelebt habe, noch sehr an alten, vergangenen Werten festgehalten wird. Ich kann das nicht verstehen, wie ein Land auf einer Seite so fortschrittlich sein kann (z. Bsp. Im Silicon Valley) und zur gleichen Zeit aber so festgefahren.

Ich habe in dem vergangenen Jahr dadurch gelernt zu akzeptieren, dass mir vieles zweigeteilt erscheint. Für mich gab es oft nur schwarz oder weiß und selten Graustöne oder das ganze Farbspektrum. Angefangen bei der Politik: entweder Demokraten ODER Republikaner, aber eine Partei, die von beidem ein bisschen vertritt oder mal was ganz Neues an den Start bringen würde, gibt es nicht. Krankenversicherung oder halt keine, weil das Geld oft nicht reicht. Studium oder kein Studium, Ausbildungsmöglichkeiten wie bei uns gibt es ja nicht.

Das erste dreiviertel Jahr war einfach alles aufregend. Jeden Tag gab es etwas Neues zu entdecken und stressige Situationen konnte ich einfach ausblenden, weil mir Reisen nach San Francisco, Washington D.C. und Atlanta bevorstanden. Ich würde die ersten neun Monate als Honeymoon-Zeit beschreiben: Alles neu, alles ungewohnt und einfach anders. Mit der Praktikumsphase hat sich der Alltag eingeschlichen. Der Tagesablauf im Hotel war immer der gleiche und auch wenn bei „stitch it!“ jeden Tag neue Kunden in den Laden kamen, ähnelte jeder Tag dem anderen. Rückblickend haben sich noch nicht einmal die Gespräche verändert.

Mit meinen Eltern auf dem Campus der Saint Cloud State University, an der ich ein Semester studiert habe

Am vergangenen Wochenende hat mein Abschlussseminar in Köln stattgefunden und ich hatte endlich Zeit mich mit anderen Teilnehmern auszutauschen, Geschichten zu erzählen und nochmal über das ganze Jahr nachzudenken. Wir haben viel über unsere Erfahrungen mit den Amerikanern dort gesprochen, was unsere Schwierigkeiten im vergangenen Jahr waren, aber auch wie diese uns geprägt und weitergebracht haben.

Unter anderem haben wir über diese Dinge gesprochen, indem wir ein typisch amerikanisches Sprichwort ins Zentrum der Diskussion gestellt haben: Zum Beispiel: „Take it easy“, „Just do it!“ und „Life is what you make of it“. Natürlich stehen diese Sprichwörter für die Leichtigkeit und Risikobereitschaft der Amerikaner, schnell wurde uns allen aber klar, dass das eine sehr oberflächliche und in unseren Augen wenig reflektierte Lebensweise ist.

In dieser Gesprächsrunde sind wir zu dem Schluss gekommen, und das passt auch zu meinem Gefühl, trotz dieser „Freiheit“ so eingeengt zu sein. Denn unter dieser  Lockerheit liegt eine Strenge, die kein Fehlverhalten zulässt. Eine Teilnehmerin erzählte davon, dass an ihrem Arbeitsplatz Strafpunkte vergeben wurden, wenn man nur eine Minute zu spät zur Arbeit kam, oder wenn man krank war (trotz Krankschreibung!). Nach sieben angesammelten Punkten wird man gefeuert. Strenge wird auch bei dem Thema Sexualität gezeigt. Meine Gastfamilie hatte mir verboten, männliche Übernachtungsgäste in meinem Zimmer zu haben. Ein anderer Teilnehmer erzählte, dass er bei Damenbesuch seine Zimmertür offen lassen musste, weil sich seine Gastmutter sonst unwohl fühlte. Es gab noch einige weitere Geschichten, wie diese.

Nach dem letzten Wochenende habe ich einmal mehr festgestellt, wie wohl ich mich in Deutschland fühle und wie gut ich mit unseren Gepflogenheiten zurechtkomme. Ich genieße es im Moment, gesiezt zu werden und andere Menschen zu siezen. Ich mag es, wenn ich in einem Laden oder einer Bankfiliale mit meinem Nachnamen angesprochen werde. Da bleibt man bei etwas Offiziellem auf einer sachlichen Ebene, auf der trotzdem ein freundliches Verhältnis gepflegt wird. In den USA wurde mir oft eine Nähe vorgegaukelt, die es so eigentlich nicht gab.

Währen des Seminars haben wir eine Gedankenreise gemacht. Wir haben Momente auf unsere innere Leinwand projiziert, an die wir alle nicht mehr so oft gedacht haben: Von der Ausreise und den ersten Tagen in New York City, dem Ankommen im Platzierungsort, in der Gastfamilie und am College, Thanksgiving, Weihnachten und Silvester, der Jobsuche und dem Arbeitsbeginn bis hin zu unserem Abschlussseminar in New York City und der Ausreise. Ich habe viele schöne Bilder in meinem USA Film gehabt, die ich nicht vergessen werde. Ich habe meine Freunde gesehen, die mir bleiben werden, weil ich mit ihnen wunderbare Erinnerungen teile und vielleicht mit ihnen noch mehr davon machen werde.

Mit Regina (die ein Jahr lang in Appleton, Wisconsin war) nach einer „Chicago“-Vorstellung am Broadway, NYC

Zum Abschluss des Seminars gab es eine kleine Zeremonie, in der uns Urkunden überreicht wurden. Zu jedem Teilnehmer sagte Theo Fuß (Mitarbeiter der GIZ und zuständig für das PPP) etwas. Als ich aufgerufen wurde, sagte er, dass ich Minnesota lieben gelernt und daher lieber meinen Staat bereist habe, als woanders hinzufahren. Und es stimmt: Minnesota ist bezaubernd schön und ich kann jedem nur empfehlen dort Urlaub zu machen besonders „Up North“, also im Norden.

Ich habe einiges aus diesem Jahr mitgenommen: Freunde, schöne Landschaften, wertvolle Erfahrungen. Ich habe mich selbst noch besser kennengelernt und dadurch auch festgestellt, dass ich großes Glück habe, in Deutschland leben und arbeiten zu dürfen. Wir haben eine Vielfalt hier, die wir pflegen sollten, und gerade jetzt, wo die AFD groß wird, gegen Migranten gehetzt wird und sich die deutsche Bevölkerung zu spalten scheint, sollten wir uns erneut vor Augen führen, was dieses Land seit dem zweiten Weltkrieg alles geschafft hat, was es aufgearbeitet und aufgebaut hat. Wir müssen die Vorzüge, die Deutschland bietet (ich meine Dinge wie Krankenversicherungen, Arbeitsverträge, Arbeitslosengeld etc.) wieder schätzen lernen, anstatt sie wegen kleiner Schwäche tot zu diskutieren. Wir haben sie und die Amerikaner haben sie nicht! Wir haben dadurch, wie ich finde, ein bisschen mehr Lebensqualität, da unser Leben in dieser Hinsicht gesicherter ist als das Leben vieler US-Amerikaner.

In den letzten Wochen bin viel unterwegs gewesen und habe viel erledigt. In Zügen habe ich immer Zeit, nachzudenken und den Gedanken nachzuhängen. Ich kann abschalten und rekapitulieren. Ich bin froh wieder in Deutschland zu sein, bin mir aber sicher, dass ich aus dem Jahr in den USA viel mitgenommen habe. Es war nicht das Jahr meines Lebens und trotzdem war es ein Jahr, das mir viel mit auf den Lebensweg gegeben hat. Ein Jahr, von dem ich noch lange zehren werde:
Die Jobsuche in den USA hat mich vorbereitet auf die Jobsuche in Deutschland, weil es härter war als hier. Die Arbeit bei „stitch it!“ hat mir gezeigt, dass ich am Theater richtig aufgehoben bin. Die Mentalität, die ich dort kennengelernt habe, hat mich mehr für andere Kulturen geöffnet, besonders aber für meine eigene.

Minnesota, Minnesota (im Itasca State Park wo die Quelle des Mississippi liegt)

Für mich geht es jetzt in Paderborn weiter. Ich werde dort in der Schneiderei des Theaters arbeiten und wieder genau das tun, was ich in meiner Ausbildung gelernt und geliebt habe. Ich wer das letzte Jahr mitnehmen und meine Erfahrungen teilen!

See you soon
Eure Clara

 

Last greetings…

Die letzte Woche meines Auslandspraktikums ist nun vorbei und die Zeit verging wie im Flug. Nach 3 Wochen in Portsmouth bin ich wieder zurück in der Heimat. Oft denke ich an die schöne Zeit zurück, wobei ein bisschen Fernweh aufkommt. Es war toll, nach der Arbeit an den Stand zu fahren und den Sonnenuntergang zu genießen.

Wochenende

Das Wetter war jedes Wochenende fantastisch, wodurch sich die Wochenenden wie Urlaub angefühlt haben. Ich war oft am Stand und habe den Ausblick auf das Meer genossen oder bin zusammen mit anderen Auslandspraktikanten oder Kollegen an der Standpromenade entlang gelaufen. Mir hat das Viertel Southsea sehr gefallen, was direkt an der Küste liegt. Man kann dort nicht nur gut einkaufen gehen, es gibt auch tolle Restaurants, Cafés und Bars. Am Wochenende befindet sich dort ein Markt und ein kostenloses Live Musik Event am Strand vor dem Southsea Castle.

Southsea Castle Lighthouse

Business

Meine Arbeit war nach wie vor interessant. Ich habe weiter an der Vorbereitung für die anstehenden Messen gearbeitet. Es mussten verschiedene Bestellungen für Messestand Equipment vorgenommen werden und älteres Equipment auf Funktionalität geprüft werden. Des Weiteren habe ich Materialien für die Messe wie Broschüren, Flyer oder Werbegeschenke zusammengesucht. Um alle auf den aktuellen Stand zu bringen und zu besprechen, welche Aufgaben noch erledigt werden müssen, hatten wir regelmäßig Meetings.

Auch die Arbeit im Kundenbeziehungsmanagementsystem SugarCRM war sehr interessant, da ich noch nie zuvor mit dieser Software gearbeitet hatte. Grundsätzlich ist sie ähnlich aufgebaut wie das System SAP, was ich bei der Arbeit in Deutschland benutze. Im Gegensatz zu SAP, welches man zur Abwicklung sämtlicher Geschäftsprozesse eines Unternehmens wie Buchführung, Einkauf, Verkauf, Produktion und Lager verwenden kann, ist dieses System auf den Kundenkontakt spezialisiert. Man bekommt einen guten Überblick über die Kunden, ihre Standorte und den Interaktionen mit ihnen wie zum Beispiel Telefonate, Mails, Musteranfragen und Downloads von technischen Zeichnungen.

Kundenbeziehungsmanagementsystem SugarCRM

Ich habe mich sehr an die Software Trello gewöhnt. Jeden Morgen öffne ich zuerst Trello, um einen Überblick über meine Aufgaben für den Tag zu bekommen. Trello ist eine web-basierte Projektmanagementsoftware, auf der in sogenannten Boards Karteikarten angelegt werden können. Die Karten können beliebig bearbeitet werden und mit Checklisten, Anhängen sowie einer Deadline versehen werden. Sie können in Kategorien eingeteilt werden wie „Priorität“, „Warten auf Antwort“, „In Bearbeitung“ oder „Abgeschlossen“, welche sich jeweils farblich unterscheiden. Durch die farblichen Markierungen sieht man auf einen Blick, welche Aufgaben Vorrang haben. Ich finde Trello sehr übersichtlich und hilfreich, wenn man an vielen unterschiedlichen Projekten und Messen arbeitet.

Projektmanagementsoftware Trello

Hin und wieder habe ich kleinere Aufgaben übernommen. Harwin hatte Schilder benötig, um das Grundstück als Eigentum zu kennzeichnen. Dafür habe ich mitgeholfen ein Schild zu entwerfen und einer Schilddruckerei eine Anfrage mit den Details geschrieben. Nachdem ich die Antwort der Druckerei erhalten habe, haben wir die Schriftart, Größe und den Preis vereinbart.

Die Firma Harwin PLC

Die Verständigung mit Lieferanten fällt mir immer leichter, da ich täglich mehrere Anfragen und Bestellungen schreibe. Auch meine sprachlichen Kompetenzen haben sich verbessert, da ich die mündliche Kommunikation im täglichen Arbeitsleben trainiert habe und an einigen Meetings teilnehmen durfte.

Ich werde die netten Kollegen und die abwechslungsreichen Aufgaben sehr vermissen und bin froh, dass ich mein Auslandspraktikum dort absolvieren durfte. Die Zeit wird mir immer in guter Erinnerung bleiben.

Dresscode

Der Kleidungsstil unterscheidet sich in England von Firma zu Firma sehr stark. In manchen Firmen sind die Leute locker gekleidet, wie man sich in der Freizeit anziehen würde. Bei mir in der Firma gilt „Smart Casual”. Niemand trägt Jeans an der Arbeit. Männer tragen Anzüge mit Krawatten und Frauen tragen Stoffhosen oder Röcke und Blusen in Kombination mit einem Blazer.

Nicht nur in den Firmen unterscheiden sich die Outfits sehr stark. Auch auf der Straße sind die Leute recht gegensätzlich angezogen. Gerade wenn es ein bisschen wärmer ist, sind einige Leute sehr leicht bekleidet, wobei andere Winterjacken und Stiefel tragen. Auch das generelle Erscheinungsbild und die Gepflegtheit der Menschen weicht stark voneinander ab.

Ceremony of achievement

An meinem letzten Tag in England wurde ich von der Vermittlungsagentur zu einer Abschiedsfeier eingeladen. Einige andere Auslandspraktikanten hatten ebenfalls ihren letzten Tag. Wir beglückwünscht und bekamen ein Zertifikat.

Work Experience Certificate

 

Abreise – Glück im Unglück

Ich war vor meiner Abreise sehr nervös, da die Anreise nicht ganz reibungslos verlief. Vormittags bestellt ich mir ein Taxi, was mich mit meinem großen blauen Koffer zu der Bushaltestation brachte. Der Bus kam mit etwa 30 Minuten Verspätung an. Auf der vierstündigen Fahrt nach London Heathrow erfuhr ich, dass mein Flug annulliert wurde. Das hielt ich erst für einen technischen Fehler in der App des Flugunternehmens, was sich allerdings als traurige Realität herausgestellte. Sofort rief ich bei der Fluggesellschaft an, wo ich nach 20 minütlichem Warten in der Schleife einen Mitarbeiter erreichte. Dieser bot mir einen früheren Alternativflug an, da kein späteres Flugzeug an diesem Tag mehr flog. Aufgrund meines verspäteten Busses hatte ich nahezu keine Chance mehr, rechtzeitig mein Gepäck aufzugeben. Ich erklärte dem Busfahrer meine unangenehme Situation. Da er sich daraufhin sehr beeilte, kam ich zwei Minuten vor Schließung der Gepäckabgabe an der Central Bus Station im Flughafen an.

Mit einer Verspätung von 10 Minuten erreichte ich den Check-In Schalter, der bereits geschlossen war. Ich ging zu ein paar Mitarbeitern, die damit beschäftigt waren Kinderwagen und Rollstühle transportfertig zu machen. Nachdem ich ihnen meine Lage erklärte, nahmen sie glücklicherweise meinen Koffer noch an. Nach den Sicherheitskontrollen suchte ich auf der Anzeigetafel mein Gate, da das Boarding in fünf Minuten beginnen sollte. Dort war lediglich der Hinweis, dass dieses bald angezeigt werden würde. Nach 20 minütigen Warten hatte ich bereits die Befürchtung, dass dieser Flug vielleicht auch abgesagt wird. Zu meiner Erleichterung wurde kurze Zeit später das Gate angezeigt und ich konnte das Flugzeug betreten.

Wir flogen mit einer Verspätung von über 60 Minuten in Richtung Frankfurt, wo mich ein starkes Gewitter erwartete. Nach einer etwas wackeligen Landung bin ich heil in Deutschland wieder angekommen. Ich war froh, als ich endlich meinen Koffer hatte und am Flughafen abgeholt wurde. Dennoch werde ich die Zeit dort ein wenig vermissen, da ich viele Leute kennen gelernt habe und mir die Arbeit auch großen Spaß gemacht hat.

Ankunft in Deutschland

Erfahrungen

Ich konnte viele neue Eindrücke und Erfahrungen in Portsmouth sammeln. Es ist wirklich eine Herausforderung, so ein Praktikum ganz ohne Gruppe zu machen. Bei Problemen muss man sich selbst zu helfen wissen oder Fremde um Hilfe bitten. Das gewohnte Umfeld zu verlassen und sich in ein kleines Abenteuer zu stürzen kostet Überwindung, aber es lohnt sich. Meiner Meinung nach sollte jeder, der die Möglichkeit dazu hat, einmal im Ausland arbeiten.

Ein Dankeschön gilt der Firma Harwin, der Handwerkskammer Kassel, den Bildungswerken der Hessischen Wirtschaft e. V. und meinem Arbeitgeber, der Dr. Schumacher GmbH, die mir das Auslandspraktikum ermöglicht und mich unterstützt haben!

Thank you very much and many greetings,

Sabrina